Druckschrift 
Die Einwanderung gebildeter weiblicher Erwerbsbedürftiger nach den Vereinigten Staaten : mit e. Anh.: Die Einwanderung junger Männer / Von E. C. Dittmar
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

Wert der Zeugnisse.

auch ein hoffmiugsloscr Fall war. Tiefer, immer tiefer lenkte sie ihre Schritte auf der Bahn des Erwerbs, bis sie von einem Dasein erlöst wurde (oder sich selbst erlöste), das sie Wege geführt hatte, über die man Bände schreiben könnte. Beide waren Töchter guter Familien, hatten die Erziehung und Ausbildung ihrer Kreise genossen, und deunoch verkommen, verdorben, gestorben!

Die doppelte Lehre, die hieraus zu ziehen ist, möge be­herzigt werden: 1. Durch ein irgendwie auffallendes, namentlich aber ein unweibliches Auftreten spricht man sich hier sein eigenes Verdammungsurteil! und: 2. Es ist eine immerhin berechtigte Anschauung der Amerikaner, daß sie keiner Reformer und Kulturmissionare vom Auslande her bedürfen.' Wir Deutsche haben ja eine von den Besten des Landes anerkannte Kulturmission hier erfüllt, aber dazu ist ein halbes oder ganzes Jahrhundert nötig gewesen; und es waren treue Bürger ihres Adoptivvaterlandes, die im Laufe von Dezennien dem Volksleben ihr Gepräge gaben! Der soeben in voller Hilflosigkeit diese Gestade betretende und auf Wohlwollen angewiesene Einwanderer ist dazu nicht berufen.

Mert cker TeugnMe.

Der Fall dieser beiden Damen bringt mich auf einen weiteren Punkt. Sie waren gekommen, ausgerüstet mit den besten Empfehlungen, mit vorzüglichen Zeugnissen . . Diese ganzen Papiere hatten nur den Wert eines Fidibus! Und auf sie hatten sie ihre Hoffnungen gebaut. Ich möchte daher warnen vor der Überschätzung des Wertes von Zeugnissen irgendwelchen Charakters. Ja, sie