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das Grab mit afrikanischen Klippen bedeckt, ein Kreuz aus Dornbaumholz darauf gesteckt, und über allen Gräbern das strahlende Kreuz des Südens: so sind sie doch gefallen für ihren Kaiser und für ihr Vaterland — ebenso als ob sie zur Verteidigung der heimischen Grenzen ausgezogen wären.
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Ich komme zum dritten und letzten Abschnitt meines Vortrags:
Aeichen M?en verspricht uns clie Ilolonie?
Jedem, der draußen seine Augen aufgemacht hat, ist es klar, daß Südwestafrika wegen seines Wassermangels kein Land für Ackerbau, sondern nur ein Land für Viehzucht ist.
Selbstverständlich soll damit nicht gesagt sein, daß nicht der Farmer seinen Kohl bauen kann. Im Gegenteil, man wird an einzelnen Orten, wo reichlich Wasser ist, auch mit Ackerbau gute Ergebnisse erzielen können. Über den kolonialen Jnlandbedarf hinaus werden die Erträge des Ackerbaues aber niemals gehen.
Welche Aussichten bietet nun das Land für die Viehzucht?
Zur Beantwortung dieser Frage sind wir nicht auf bloße Theorien angewiesen, sondern wir haben eine praktische Grundlage — nämlich den Vergleich mit Englisch-Südafrika.
Englisch-Südafrika mit Ausnahme des östlichsten und südlichsten Teils hat dasselbe Klima, dieselben geologischen Verhältnisse, die gleichen Niederschläge wie unser Schutzgebiet.
Da Englisch-Südafrika eine längere Besiedelnngszeit hinter sich hat als unsre Kolonie, so kann es uns zeigen, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, welche wirtschaftlichen Ergebnisse wir aus unserm Schutzgebiet erwarten dürfen, auf dem die natürlichen Verhältnisse identisch oder ähnlich sind wie dort.
Die von der Natur am wenigsten begünstigten Teile des englischen Gebiets, und nur diese sollen, um ganz sicher zu gehen, zum Vergleich herangezogen werden — weisen eine Besetzung mit Kleinvieh (Wollschafen, Fleischschafen, Angoras uud gewöhnlichen Ziegen) von 5—50 Stück auf den Quadratkilometer auf, ohne daß damit schon überall die Grenze der Bcweidungsfähigkeit des Landes erreicht wird.
Übertragen wir diese Verhältnisse auf unser Schutzgebiet, so ergibt sich ohne weiteres für unsre Kolonie die Möglichkeit, zehn bis fünfzehn Millionen Stück Kleinvieh zu züchten. —