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Denkschrift zur Förderung des Deutschtums in China / Deutsche Vereinigung Schanghai
Entstehung
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Anlage 5.

Entwicklungsmöglichkeiten des deutschen Handels.

Ein Blick auf die Eisenbahnkarte Chinas zeigt, welch große Gebiete noch durch künftige Bahnbauten dem ausländischen Handel erschlossen werden können und müssen. Wenn diese Erschließung auch wohl nicht in ganz so schnellem Tempo vor sich gehen wird, wie in dem bekannten Projekt Sun- Yat-Sen's vorgesehen, so ist es doch keine Frage, daß China den enormen Vorteil eines ausgedehnten Eisenbahnnetzes erkannt hat und nach gründlicher Saniernug seiner Finanzen dem weiteren Ausbau desselben erneute Auf­merksamkeit zuwenden wird. Die Anfänge, die in dieser Richtung während der letzten jähre gemacht worden sind, haben schon einen gewaltigen Einfluß auf die Ausfuhr von Landesprodukten gehabt, indem der Gesamt-Ausfuhr- handel von rund

H. Ts. 228 000 000 im Jahre 1905 auf 377 000 000 1910

also in den 5 Jahren um 67% gestiegen ist.

In dem gleichen Zeitraum ist die Gesamt-Einfuhr von 447 Millionen auf 471 Millionen gestiegen, also nur um 5%; somit ist in diesem Zeitraum ein mächtiger Schritt zum Ausgleich der Handelsbilanz Chinas getan worden, dessen segensreiche Folgen für den zunehmenden Wohlstand und damit erhöhte Aufnahmefähigkeit des Landes für fremde Produkte nicht ausbleiben können ; es ist aber ganz natürlich, daß diese Folgen sich erst im Laufe der Jahre ein­stellen werden. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes mit seinen direkten Folgen, als da sind: Begünstigung des Ausfuhrhandels und damit wachsender Wohl­stand, Erleichterung des Personen- und Warenverkehrs zwischen Inland und den Küstenplätzen, in denen der fremdländische Einfluß mit seinen erhöhten Lebensbedürfnissen auch auf die sie besuchenden Binnenländer einwirkt, wird ohne Frage auch mit der Zeit im Inlande die Anforderungen an das Leben erhöhen und den Bedarf an westländischem Komfort gewaltig steigern, damit für den Absatz fremder Waren ungeahnte Möglichkeiten erschließend.

Fragen wir uns nun, in welcher Richtung der deutsche Handel in China hieran teilnehmen kann, so müssen wir uns darüber klar sein, daß einige der hauptsächlichen Einfuhrartikel für Deutschland von vornherein ausscheiden, weil Deutschland sie entweder überhaupt nicht, oder nicht in exportfähigen Mengen produzieren kann, während die dominierende Stellung, die England mit seinen Kolonien, die Vereinigten Staaten und Japan in den Statistiken einnehmen, zum großen Teil auf diese Artikel zurückzuführen ist.

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