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Fürst Bismarck und die Kolonialpolitik / von Kurt Herrfurth
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Kapitel 1.

Die Stellung des Fürsten Bismarck zur Kolonialpolitik bis zum Eintritt Deutschlands in die Reihe der kolonisierenden Mächte').

Der Gedanke, daß Deutschland Kolonialpolitik treiben müsse, war zur Zeit Bismarcks nicht neu. Allerdings hatte Deutschland in der Zeit, in welcher andere seefahrende Nationen Europas im 17. Jahr­hundert, den Grundstock zu ihrer Kolonialmachtstellung in Amerika und Indien, in Afrika und in Australien legten, infolge seiner inneren Kämpfe und der durch den Dreißigjährigen Krieg hervorgerufenen politischen Ohnmacht nicht die Kraft, Macht und Möglichkeit, auch Kolonien zu erwerben und sich am überseeischen Handel energisch zu beteilige«. Es wurde daher in seinen wirtschaftlichen Ver­hältnissen allmählich immer mehr von den großen Kolonialmächten England und Holland abhängig. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, daß der Große Kurfürst schon den Versuch einer aktiven

Literatur und Quellen: Amtliche Weißbücher, I und II. Aktenstücke der deutschen Äolonialpolitik, Bd. 1 und 2. v. Stengel, Die deutschen Schutz­gebiete, Annalen des Deutschen Reiches 1895, S. 493770. v. Koschitzky, Teutsche Kvlonialgcschichte. Köbner, Einführung iu die Kolonialpolitik. v. Poschiuger, Fürst Bismarck als Volkswirt, Bd. 13; derselbe, Aktenstücke ,',ur Wirtschaftspolitik des Fürsten Bismarck. Röscher und Jannasch, Kolonien, Kvlonialpolitik und Auswanderuug. Hübbe-Schleiden, Überseeische Politik. Supau, Territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien. v. Halle, Die große» Epochen der neuzeitlichen Kolouialgeschichte. Cann statt, Fürst Bisiuarcks kolvnialpolitische Initiative. Die spezielle Literatur ist an den be­treffenden stellen stets in den Fußnoten angegeben.

n^Vi'KDU' Fürsten Vlsmarck in Einzeldarstellungen viil, i