Teil eines Werkes 
1 (1913) Die deutschen Kolonien und das überseeische Ausland
Entstehung
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315
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Ozeanien.

Neu-Kaledonien.

Allgemeines: Die Insel Neu-Kaledonien, unter dem 20. bis 22. Grad südlicher Breite und dem 164. bis 167. Grad östlicher Länge gelegen, ist französische Besitzung und Straf­kolonie. Die Regierungsgewalt wird durch einen Gou­verneur, der durch einen Beirat unterstützt ist, ausgeübt. Hauptstadt und Sitz des Gouverneurs ist Noumea (Port de France) an der Südwestküste der Insel. Gröfze (mit den zahlreichen kleinen Inseln): 16712 yl<m. Die Be­völkerung der Insel zählt etwa 60000 Menschen, darunter 22 000 Europäer, meist Franzosen- darunter etwa 7000 Sträflinge- seit 1896 werden keine Verbrecher mehr hin­geschickt.

Noumea hatte (1911) 8961 Einwohner. Älima: Neu-Kaledonien hat rein tropisches Klima, die feuchte Hitze und Moskitos machen den Aufenthalt un­angenehm. Fieber und Dysenterie sollen seltener sein. Noumea hat ein Jahrestcmperaturmittel von 23° der wärmste Monat (Januar) 26,6°, der kühlste (August) 20° e. Wind- und Regenvcrhältnissc sind ziemlich un­bestimmt. Im Jahre etwa 1200 mm Regen. Produktion, Handel: Kaffee. Mais, Tabak, Zucker, Trauben, Ananas. Unbedeutende Vichzucht. Von Mineralien vor allem Nickel, Kobalt. Die Einfuhr hatte 1910 einen Wert von 10,1 Millionen Mark, die Ausfuhr einen solchen von 7,7 Millionen.

Anstellungsverhältnisse: Für deutsche Kaufleute keine Aussicht, Stellung zu erhalten. Fast nur französische Ge­hilfen, die mit mehrjährigem Vertrag hinausgeschickt werden.

Die Landes- und Verkehrssprache ist Französisch. Tropen- au^rüstung ist notwendig.