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5. In Maniealand.
Hell und golden schien die Sonne, als wir uns am nächsten Morgen auf den Weg in's Chimesi-Thal begaben. Unser Besitz liegt etwa im Centrum des nördlichen Goldringes, umgeben von den Chimesi-Minen im Osten, Venga im Südosten, Formosa im Westen, der Welcome im Süden, der Germaine im Norden. Gegen Osten führte unser Weg, M. Pacotte wiederum stolz zu Pferde, ich auf meinem Esel hinterdrein. Am Welcome begrüsste uns Mr. Everett, der die Arbeiten dort leitete und ladete uns zum Absteigen ein. Aber wir versprachen unsern Besuch für den nächsten Morgen und überschritten auf guten Pfaden die Bergscheide, welche uns vom Chimesi trennte. Alsbald öffnete sich das lachende Thal zu unserer Linken, weithin ausgestreckt gegen Osten. Tief unter uns befand sich das Lager eines Portugiesen, welcher am Wegebau beschäftigt war. Halb links vor uns schauten wir auf die Dächer der Station des M. Pouhin und auf die Hütten der Braganca- und Richmond-Mine herab. Ein Ritt von nur einer kleinen Stunde trennt unsere Besitzung von dieser Goldmine Monsieur Bartisol's.
Freundlichst wurden wir empfangen von M. Pouhin und seiner liebenswürdigen Tochter, Mademoiselle Pouhin. Eine ältere Dame, vormals Gouvernante von Mademoiselle, steht dem Haushalt vor. Das Fräulein hatte bis dahin in Paris gewohnt und ihren Vater zum ersten Mal im Sommer vorigen Jahres nach Südafrika begleitet. Nach dem Frühstück bestiegen wir unsere Reittiere zum Besuch der Richmond- und der Braganca-Minen. Durch dichtes Gestrüpp führte der Weg bergaufwärts. Hier waren die Arbeiten seit länger als drei Jahren betrieben und infolgedessen klare Aufschlüsse erzielt. Ein Tunnel von 3—400 Fuss Länge ist in einer Tiefe von 80 Fuss in's Reef getrieben, und von oben ist ein Schacht in diesen Tunnel hineingesenkt, von dessen Fuss aus ein zweiter Tunnel gegen Süden in die Quarzadern hineingearbeitet, wodurch eine grosse Quantität Quarz zu Tage gefördert ist. Der Ertrag des Erzes ist mehr als eine Unze pro Tonne, und wie bei uns, verbessert sich das Gestein gegen unten. Einen zweiten Tunnel haben sie in einer Tiefe von 200 Fuss zu treiben begonnen, jedoch ist das Reef in dieser Tiefe noch nicht erreicht. Die