132 5. In Mänicaland.
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Am 27. September marschierte ich wieder durch schönen Laubwald nach Kwa Mura. Wir kamen gegen drei Uhr in einem Dorf an, das verlassen war, und wo ich die Zelte aufschlagen Hess. Vergebens wartete ich auf das Erscheinen der Bewohner. Endlich lasse ich die. Häuser absuchen und finde, dass nirgends Feuer oder Spuren der Bewohnbarkeit vorhanden sind. Schliesslich kommen Leute vom naheliegenden Dorf, welche mir sagen, der Platz, wo ich sei, wäre seit etwa einem Jahre verlassen, und uns einladen, doch zu ihnen zu kommen. Ich Hess also das Lager wieder abbrechen und marschierte noch eine Viertelstunde gegen Nordosten, wo wir an einem Bach lagerten. Hier blieb ich am 28. September liegen, und liess acht Lasten Getreide einkaufen, um solches mit mir über den Pungwe zu nehmen. Auch schickte ich acht Mann an diesem Tage nach Macequege zurück, um mehr Reis, Ziegen und Schafe zu holen. Mit den Leuten von Kwa Mura machte ich Freundschaft, weil der Platz mir für meine Verproviantierung unentbehrlich ist. Denn nun liegt vor uns die menschenleere Pungvve-Steppe. Nur Dombagera, ein kleiner Platz an der Pungwefurt im Norden, hat noch einige Bewohner, aber kein Essen zum Verkauf. In Kwa Mura musste ich einen Teil meiner Lasten zurücklassen.
Am Freitag den 29. September, morgens 11 Uhr, erreichten wir den schönen Pungwe-Fluss, der bei Dombagera über mächtige Dioritblöcke in schnellem Lauf gegen Südosten fliesst. Beim Übergang wäre ich beinahe ertrunken, da ich mich von einem Schwarzen tragen liess, welchen die Strömung umwarf, sodass wir Beide hineinfielen. Er glaubte aber, mich auch unter dem Wasser festhalten zu müssen, sodass es mir nur mit Mühe gelang, loszukommen und schwimmend einen Felsblock in der Mitte des Stromes zu erreichen. Ein kurzer Marsch stromaufwärts führte uns dann am linken Ufer zu einem der schönsten Lagerplätze meines afrikanischen Reiselebens : etwa 50 Fuss über dem Strom, welcher zunächst über Schnellen melodisch herabrauscht, um alsdann eine seenartige Erweiterung zu bilden. Das liebliche Landschaftsgemälde ist umrahmt von lichtem Grün, hinter dem schroffe und edelge- formte Berggruppen sich vom blauen Firmament abheben.