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3. Durch das Land der Makalanga.
Muntere Bäche hatten wir bei unserem Abstieg in das Gavaresi-Thal zu überschreiten, in welchem wir 9V2 Uhr in froher Stimmung eintrafen. Es war herzerquickend, einmal wieder in Hirsefeldern dahinzuziehen. Der Gavaresi hatte klares kühles Wasser, welches den Leuten bis unter die Arme ging und schnell dahinfloss. Er mag an 80 Fuss breit sein. Ich Hess mich durch drei Leute, wie ein Packet über die drei Köpfe ausgestreckt, hinübertragen. Noch ein kurzer Marsch flussabwärts, und gegen 10 Uhr zogen wir am Dorf Chitawo vorüber, an dessen nördlicher Seite über dem rauschenden Garavesi wir unser Lager aufschlugen, begrüsst von Baridi, einem Bruder Cuntete's, welcher hier den Macombe vertritt. Der Durchmarsch durch's eigentliche Macombe-Land war hiermit vollzogen.
Unser Lager war 750 m hoch. Die Eingeborenen waren ausserordentlich freundlich. Wir hatten nicht nur zu essen genug für unsere Leute, sondern konnten auch selbst von Tomaten in Hülle und Fülle leben und sogar einmal wieder europäische Kartoffeln essen, welche Cuntete mir zum Geschenk brachte. Baridi war ein liebenswürdiger und bescheidener junger Mann, taktvoll wie alle Mitglieder der Macombe- Familie, welche ich kennen gelernt habe. Er brachte mir einige Nashornzähne zum Geschenk. Den Nachmittag verbrachten Herr Gramann und ich in Beratung für unsere weiteren Pläne über unseren Karten. Ich entschloss mich, dem Kaiser-Wilhelm-Land einen kurzen Besuch abzustatten, dann aber nach Inyanga zu marschieren und den Rest des Sommers mit der Erforschung des Manica-Landes und des oberen Pungwe auszufüllen.
Bei Sonnenuntergang nahm ich ein Bad im kühlen Fluss, und dann vereinigte uns eine frohe Mahlzeit, in welche Fische, europäische Kartoffeln und gekochte Tomaten eine angenehme Abwechslung brachten. Es war ein schöner Tag. Der Körper pflegte sich an den ungewohnten Genüssen, und die Seele hatte Müsse zu ruhiger Betrachtung.
Der Marsch am folgenden Tage musste uns aus der portugiesischen Interessensphäre in die englische hinüberbringen. Wir brachen bei herrlichem kühlen Wetter auf und