88
3. Durch das Land der Makalanga.
jeden Augenblick der Gefahr ausgesetzt, dass sie einfach davongingen, und rechnete mit dieser Thatsache.
Inzwischen Hess ich am 25. Juli durch Herrn Gramann die Lasten revidieren und von Neuem zusammenpacken, wodurch mehrere Träger zum Mehltragen frei wurden. Am folgenden Mittag traf Tom mit den Mehllasten aus Misongwe ein. Er brachte Piso, einen Halbbruder Cuntete's mit, welcher an Macombe's Hof eine Art Hofmarschall war und mit uns bis Umtali gehen sollte, um die Geschenke für den Macombe heraufzubringen. Er ist ein hübscher, strammer Bursche mit männlichem Gesicht und sehr einnehmenden bescheidenen Umgangsformen. Am Abend des 25. Juli besuchte ich mehrere der umliegenden Dörfer in seiner und Cuntete's Begleitung und nahm unter Anderm auch das Haus der Quaraquate in Augenschein. Leider war die alte Dame selbst nicht sichtbar. , r f uf Am nächsten Morgen, als ich aufbrechen wollte, waren
Katerere. ö '
natürlich die Reserveträger nicht zur Stelle, und ich musste erst eine Razzia im benachbarten Dorf anstellen lassen, um ihrer habhaft zu werden. So wurde es halb acht, ehe ich abmarschieren konnte. Die ganze Nacht über hatte ein entsetzlicher Sturm geweht. Jetzt sammelten sich dunkle Wolken, und bald prasselte ein gehöriger Regen auf uns hernieder. Ich Hess die Kolonne halten und wechselte meine Kleider, die ich durch meinen Regenmantel vor erneuertem Durchnässen schützte. Es war bitterlich kalt und schwierig, die Träger vorwärts zu bringen, welche sich niederliessen und Feuer anzündeten, so dass ich meinen Spazierstock benutzen musste, um sie zum Weitergehen zu veranlassen. Schon um 8 Uhr hatten wir den Pompue überschritten, und dann ging es hinein in den nassen Busch ohne Weg und Steg. Ohne ortskundige Führer ist eine Expedition hier einfach unmöglich. Der Busch entwickelte sich alsbald zum Hochwald mit einer Unmenge von Wildspuren aller Art. Einmal trieben wir eine Antilope auf, auf welche ich jedoch nicht zum Schuss kam. Gegen 12 Uhr erreichten wir einen Sumpf etwa eine Stunde östlich vom Injansonja-Fluss. Ich liess hier das Lager aufschlagen, um den Leuten Zeit zu geben, sich Hütten für die Nacht zu bauen und trockenes Feuerholz zu sammeln. Es regnete den ganzen Nach-