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3. Durch das Land der Makalanga.
In Senlan- gombie.
Cuntete. An den Wassertümpeln bemerkte ich zahllose wilde Enten und Gänse, auch einen Ibis in seiner feierlichen Haltung. Wenn wir dahinzogen, gab uns der „Get away"-Vogel mit seinem klagenden langgezogenen Schrei das Geleit, was fast unheimlich klingt, so deutlich ist das „get away-ay" ausgesprochen. Abends im Walde dagegen trompetet der Francolin oder das südafrikanische Rebhuhn, Affen schreien und die Hyäne lacht. Oder aber wir vernehmen den Schrei eines Leoparden oder das Brüllen des Löwen dicht bei unseren Zelten. Auch sonstiges Wild wird von Tag zu Tag mehr in Spur und Losung erkennbar. Hier sind Antilopen vorübergeeilt, dort erkennen wir die plumpe Spur des Büffels. Wir nähern uns augenscheinlich der echten afrikanischen Wildnis.
Ich Hess um 11 Uhr an einem Sumpf lagern und abkochen, um meine weit verstreute Karawane wieder zusammenzuziehen, und zog um 1 Uhr weiter auf Senlangombie zu. Um 4 Uhr langten wir bei einer Wasserlache im Flussbett des Injamdamba, eines Nebenflusses zum Mkasi an, und hier machte ich das Nachtquartier. Es war ein liebliches Stück Natur um uns. Echter Urwald am Flussrand mit zahllosen Winden, von denen eine Art reizende rote Blüten hatte, ein lieblicher Anblick in der schroffen Granit-Landschaft. Wir waren an diesem Abend 32 englische Meilen von Misongwe entfernt.
Am folgenden Morgen in der Frühe zogen wir in westlicher Richtung weiter auf die Majorolike-Berge zu, welche wir im Norden umschnitten, um dann an ihrer Westseite gegen Süden entlang zu ziehen. Schon gegen 10 Uhr trafen wir ein am Hauptkraal von Senlangombie oder Senangombie, wo ich das Lager am Fuss eines gewaltigen schroffen Granitblockes aufschlagen Hess. Unser Lager war 424 m über dem Meeresspiegel, aber die Granitkuppen, welche das weite gut angebaute Thal umschliessen, erheben sich 8—900 m darüber hin. Die Bevölkerung nahm uns natürlich freundlich auf, da wir mit dem Bruder des Macombe angezogen kamen, und brachten uns Mehl, Eier und süsse Kartoffeln zum Verkauf. Iiier, beschloss ich, einen Tag liegen zu bleiben, einerseits um die Gegend geologisch festzulegen, dann, um Tom mit unseren Getreidelasten von Misonewe zu erwarten.