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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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3. Durch das Land der Makalanga.

Stellungen und Formen wandelte, durchdrang mich auf das Tiefste das Bewusstsein, auf altgeschichtlichem Boden zu stehen. Damals war ich mir der kulturellen Zusammenhänge dieses Landstriches mit einem ganzen System noch nicht bewusst. Alles erschien unheimlich, verlor sich im mystisch Unbegreif­lichen. Ich sollte alsbald diese alten Beziehungen deutlicher verstehen lernen. Je weiter ich in dem Lande zwischen Zambesi und Sabi vordrang, um so klarer wurde es mir, dass wir hier auf dem Boden einer alten südarabischen Kolonie uns befin­den, und dass die Kulturreste aus dieser geschichtlichen Epoche im Grunde nicht wunderbarer sind, als der Limes Romanus an der Donau, oder die alten römischen Mosaiken in Leicester. Geschichte. Die wirklichen geschichtlichen Überlieferungen über die Makalanga weisen in diese Urzeit nicht zurück. Wir erfahren von ihnen erst urkundlich, als die Portugiesen mit ihnen in Ver­bindung traten. Als diese ersten europäischen Entdecker von Südafrika am Zambesi erschienen, waren die Makalanga unbe­stritten die vorherrschende Nation um diesen Fluss.

Wenn irgend ein afrikanischer Stamm, so haben die Maka­langa eine wirkliche geschichtliche Entwicklung hinter sich. Als die Portugiesen zum ersten Mal die Bekanntschaft von Süd­afrika machten, waren sie unbestritten die vorherrschende Nation. Sie nannten diese Rasse dieMakaranga" und ihren Herrscher nannten sie den Monomotapa. Über die Bedeutung des Monomotapa ist viel hin und her gestritten. Mono ist ein Präfix, der in Kiswahili von Zentral-Afrika als Muini, am Kongo als Mana auftritt, und Herr oder Herrscher bedeutet. Was Mo- tapa sein mag, ist nicht ganz klar. Die drei Konsonanten m. t. p. könnten auf semitischen Ursprung schliessen lassen. Theal meint (pag. 123), dass MotapaBerg" heisst und Monomotapa alsoHerr des Berges", abgeleitet vom Berg Fura, in dessen Nähe seine Residenz gelegen habe. Vielleicht aber, so sagt er, hatte der Name eine noch romantischere Ableitung. Matap heisst in gewissen Bantu-Dialektengraben", und Motapa Loch' oderMine". Sonach würde MonomotapaHerr der Mine" oder desMinenlandes" besagen. Diese Erklärung er­scheint mir als die wahrscheinlichere. Denn sie läuft auf die Etymologie des WortesFura" hinaus. Wie matap in Zulu-