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Im Goldland des Altertums : Forschungen zwischen Zambesi und Sabi / von Carl Peters. Mit ... Orig.-Ill. von Tennyson Cole
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Die Makalanga.

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schaffen. Die Leute dazu würden heute noch eintreffen. Als We­geführer, welche die Wasserlöcher kannten, auf welche wir an­gewiesen waren, gab er mir zwei seiner Jäger. Es war fast väter­lich, wie er für alle sorgte, und wie er sich um unser Wohlbefin­den kümmerte. Sehr amüsiert schien er zu sein über die Art, wie ich meine Träger in Bewegung setzte. Als die Kolonne mar­schierte, nahm ich freundschaftlichen Abschied vonMacombe: Salane, Macombe, shemaro eango, avita kuta maningi" (Lebe­wohl Macombe, mein Freund, vielen Dank). Ich hatte ihn in den wenigen Tagen unserer Bekanntschaft liebgewonnen.

Die Makalanga habe ich in den sechs Monaten meines Makalanga. Aufenthaltes bei ihnen mit Interesse beobachtet, und manches von ihren Sitten und Gebräuchen kennen gelernt. Makalanga heisst auf Deutsch:Söhne der grossen Sonne"; Ma-Plural Präfix, ka-gross, langa oder ilanga-Sonne. Sie führen also den­selben Namen wie die alten Inkas von Peru. Sie gehören ihrer Blutmischung nach im Wesentlichen den Bantu-Stämmen von Ostafrika an, haben aber stärkeren asiatischen Zusatz als irgend eine andere Nation, welche ich kenne. Ihr Typus ist nicht so sehr arabisch, sondern wie ich schon bemerkte, aus­gesprochen jüdisch. Vielleicht aber ist dies gerade der Typus der echten phoenicischen Urbevölkerung von Südarabien. Die Männer sind teilweise grosse und kräftige Gestalten, echte Bantu-Figuren. Dann sieht man wieder kleine Gestalten, mit sehr feinen klugen Gesichtszügen. Zu diesen gehört mein Freund Cuntete. Die Mädchen sind hübscher als die der meisten Bantu-Völker und erinnern in Misongwe an europäische Da­men, wie ich dasselbe früher in Uganda am Hofe Muanga's gefunden hatte. Sie sind sehr graziös und im Verkehr mit Fremden sehr ungeniert, weichen darin ganz von der unter­würfigen Haltung gewöhnlicher Negermädchen ab. Wenn sie einen Gegenstand überreichen, nehmen sie ihn in beide Hände und machen eine tiefe Verbeugung. Wenn sie alsdann zurück­gehen, wenden sie das Gesicht dem Gast zu. Beim Grüssen legen sie die Hände über die Brust und machen zwei oder drei Knixe. Die Männer grüssen mit einem richtigen Kratzfuss. Dies ist genau, wie wir es am Zambesi fanden, und sie haben es augenscheinlich von den Portugiesen gelernt. Sitzt ein Hau-