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3. Durch das Land der Makalanga.
Beim Macombe.
Macombe hier bleiben, wie meine Väter es gewesen sind. In diesen Zeiten habe ich einen weissen Freund nötig, um dies alles mit den Portugiesen in Freundschaft zu regeln." — Ich antwortete Macombe:
„Dies will ich thun, und ich glaube, dass meine Brüder Deine Worte gern hören werden. Wir wollen hier arbeiten und das Land aufschliessen, und Du und Deine Familie sollt nichts für Eure Stellung zu fürchten haben. Wir wollen alle einträchtig mit Dir zusammengehen."
Macombe Hess sich dann noch weiter über Einzelheiten aus. Unter Anderem sagte er, dass er mir ein grosses Haus bei Misongwe bauen lassen wolle.
Gegen 9 Uhr entfernte sich endlich der Besuch, wie er gekommen war, mit Musik und tanzenden Mädchen an der Spitze. Süsse Ruhe und tiefer Friede legten sich alsdann über unser mondbeschienenes Lager. Nach kurzer Zeit aber begann drüben in Misongwe die wilde Orgie eines allgemeinen Tanzes, welcher bis Mitternacht dauerte. Als Macombe gegangen war und wir bei Tisch sassen, kamen meine drei Trägerältesten und sagten: „Herr, wir haben gesehen, dass Du ein grosser Mann bist. Gieb uns jetzt ein dementsprechendes Geschenk." Mit einigen kräftigen Worten, welche nicht gerade Segenswünsche waren, scheuchte ich sie von dannen.
Am nächsten Morgen stattete mir Macombe schon um 7 Uhr einen Besuch ab, und jetzt bat ich ihn in freundlicher Weise, meine Abreise doch möglichst zu beschleunigen. Er versprach mir dies und ordnete zunächst an, dass mir Mehl (ufu) in Masse zum Verkauf geschickt würde. Ich Hess an 10 Sack von diesem in den nächsten Tagen aufkaufen.
In Misongwe erhielt ich wiederholte Berichte von den Herren Blöcker und von Napolski. Blöcker teilte mir die erfreuliche Nachricht mit, dass das Waschen der Injabanda-Reefs gute Resultate gehabt, und dass er unabweisbare Thatsachen gefunden habe, dass wir in dem von mir entdeckten grossen Reef alte Minen besässen: Oberflächen-Arbeiten, einen alten Schacht, einen Steinbruch und alte in den Fels gehauene Wege, die sicherlich nicht von den Schwarzen gemacht seien. Dies war natürlich eine sehr angenehme Nachricht.