60
3. Durch das Land der Makalanga.
Audienz beim Macombe.
der Platz, dessen Höhe über dem Meer 435 m beträgt, für Negerbegriffe uneinnehmbar unmittelbar über dem MuTrathal, etwa 30 Fuss über der Flusssohle. Dies alles ist recht schön und recht gut, nur eignet sich eine solche Negerstadt nicht gerade zur Sommerfrische.
Dazu kam, dass ich den ganzen Tag über von den Indunas Macombe's überlaufen ward, allen voran stets Shewanga, welche mit allerlei Wichtigthuerei zu mir kamen, scheinbar um „hohe Politik" mit mir zu sprechen, in Wirklichkeit, um in meinen kleinen Stock Cognac und Whisky einzubrechen, den ich nicht schonen konnte, da mir an guten Beziehungen mit den Leuten lag. Kaum, dass ich mir die Gesellschaft während der Mahlzeiten vom Halse hielt, während deren ich Somalis vor meinem Zelt aufstellte. Diesen imponierten die „Grossen des Landes" nicht weiter, und sie wiesen sie barsch zurück.
Abends um 8 Uhr tanzte die Jugend des Ortes noch einen Kriegstanz mir zu Ehren, wofür ich eine Reihe Armlängen Stoff springen liess, und die Nacht setzte sich das Trommeln und Schreien fort. 4 Uhr morgens fand eine Art Trommel- Reveille vor meinem Zelt statt, welche ich nicht gerade mit Segenswünschen beantwortete. Ganz ermattet stand ich am nächsten Morgen auf und hatte die Freude, beim ersten Auslugen aus dem Zelt schon ganze Horden Kinder wahrzunehmen, welche sich meine Toilette ansehen wollten. Diese, sowie eine Anzahl der schöneren Hälfte der Eingeborenen begleiteten mich übrigens unverdrossen, wohin auch immer ich gehen mochte. Keine Sekunde war ich allein, und ich fing an, unsere Popularität zu verwünschen.
Um lOYo Uhr fand die Audienz bei Macombe statt, zu welcher ich ausser Herrn Gramann einige Somalis mitnahm. Ich liess drei halbe Flaschen Sekt mittragen, welche ich Macombe persönlich zum Geschenk machen wollte.
Als wir in den weiten Hofplatz eintraten, welcher inmitten der Privatgebäude Macombe's liegt, sah ich zur Rechten einen Haufen Makalanga sitzen, in denen ich einige der Indunas erkannte, welche mir den gestrigen Tag durch ihre Besuche verdorben hatten, und denen ich freundlich zunickte. Herr Gramann und ich wurden zu einer Matte unter einer weiten Ve-