Die Verbindung Samoas mit der Außenwelt wird hergestellt durch eine Schiffsneuseeländer und eine amerikanische Linie, abgesehen von einigen anderen Verbindung australischen, amerikanischen, deutschen und norwegischen Schiffen, die in weniger regelmäßiger Folge die Inseln anlaufen. Die Mehrzahl aller Bedarfsartikel, Wirtschafts- uud Gebrauchsgegenstünde, Lebens- und Geuußmittel, wird soweit sie nicht von Amerika tommeu, auf den Neuseeländer Schiffen eingeführt. Ebenso werden die Landesprodnkte, soweit sie nicht auf eigens gecharterten Schiffen, was nur selten geschieht, verfrachtet werden, auf diesen fremdländischen verschickt. Die Kolonisten, wie die heimischen Aktionäre der Pflanzungsgesellschaften bezahlen also mit ihrem Gelde fremdländische Schiffe. Besonders drückend ist der Tribut an die neu- seeläuder Linie, da sie keine Konkurrenz hat, und ihr Monopol im Frachtverkehr gebührend ausnutzt. Es ist nicht einzusehen, warum keine deutschen Anschluß- dampfer au die Liuie des Nordd: Lloyd in Sidney den Verkehr mit Samoa vermitteln. Auch in Auckland, Fidji und Tonga, die von den Neuseeländern gleichzeitig angelaufen werden, sind Deutsche, die deutsche Schiffe bevorzugen würden. Bedauerlich ist, daß der Nordd. Lloyd den früher verkehrenden Dampfer aufhob. Bei richtiger Geschäftsführung hätte er ebenso gut reüssiert wie die Neuseeländer. Heute wird zur Wiederaufnahme dieser Verbindung und zur Bekämpfung der Koukurreuz, die inzwischen festen Fuß gefaßt hat, eiue Reichsub- veutiou unerläßlich sein. Dieser Pflicht wird sich das Reich nicht entziehen können, wenn es nicht will, daß auf Kosten einer deutschen Kolonie mit dem Gelde, das deutsche Private oder Gesellschaften dort anlegen, die fremdländische Schiffahrt unterstützt wird. Wo immer in der Welt eine kleine französische Kolonie ist, dahin wird um jedeu Preis eine französische Schiffslinie eingerichtet, selbst wenn dort der Handel in fremden Händen liegt. Uebrigens wird auch die amerikanische Linie von den Vereinigten Staaten subventioniert, damit sie Pago Pago, deu amerikanischen Hafen der Samoa-Gruppe anläuft, uicht wie früher zur Zeit der Dreiherrschaft, Apia.
Wenngleich der Hafen Pago Pago in vieler Beziehung besser ist als Apia, Hafen, so kommt es doch sehr häufig vor, daß die großen Dampfer bei schwerer See die schwierige Einfahrt schenen und mit der Post für Samoa einfach weiter fahren nach Auckland. Es ist also notwendig, den Hafen Apia so auszubauen, daß die Seedampfer hier sicher liegen und einlaufen können. Damit kommt auch eiue Verteuerung der Güter, herrorgerufeu durch das Umladeu in Pago, in Wegfall. Jede auch uoch so geringe Verbilligung ist aber bei der gegenwärtigen schwachen Existenz der meisten Ansiedler mit allen Mitteln zu erstreben.
Noch weniger befriedigend sind die Verhältnisse beim Zwischeninselverkehr. Z^ischen- Die Europa- und Australpost wird vou eiuem kleinen Dampfer in Pago Pago inselverkeh abgeholt, der so altersschwach ist, daß es nur mit Mühe gelang, die drohende Kondemnierung gelegentlich der letzten Reparatur in Auckland abzuwenden. Es