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Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika : mit 176 Abb. u. 20 Skizzen / von Theodor Leutwein
Entstehung
Seite
541
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Kapitel XV.

Ein Ausblick in die Zukunft.

as Endziel jeder Kolonisation ist, von allem idealen und humanen Beiwerk entkleidet, schließlich doch nur ein Geschäft. Die kolonisierende Rasse will der Urbevölkerung des zu kolonisierenden Laudes nicht das von dieser vielleicht erwartete Glück bringen, sie sucht vielmehr in erster Linie ihren eigenen Vorteil. Ein solches Streben entspricht nur dem menschlichen Egoismus uud ist daher natur­gemäß. Zu bezug aus die Art der Kolonisation gibt es infolgedessen im Grunde nur eine einzige Richtschnur, nämlich diejenige, die am sichersten zu dein erstrebten guten Geschäft führt. Die einen glauben, dies durch vollstäudige Entrechtung der Urbevölkerung zugunsten der ein-- gedrungenen Rasse erreichen zu können.Der Weiße muß von Staats wegen turmhoch über den Eingeborenen gestellt werden, gleichviel weß Geistes Kind er ist, eine Gleichstellung beider Rassen im Staatsleben wie vor Gericht gibt es nicht", so hört man die Verfechter dieser Lehre sagen. Die anderen dagegen wollen auch der Urbevölkerungihren Platz an der Sonne" gönnen. Lediglich vom Standpunkte des zu erwartenden gute,: Geschäfts aus betrachtet, kann aber die Entscheidung auf diese Frage nicht nach einem gemeinsamen Schema, sondern muß von Fall zu Fall erfolgen.

Durch die Ereignisse gezwungen, haben wir z. B. in Südwestafrika die Eingeborenen mit Waffengewalt unterwerfen müssen. Wer jetzt noch glaubt.