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Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika : mit 176 Abb. u. 20 Skizzen / von Theodor Leutwein
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Über den gegenwärtigen Stand des Bergbaues in Deutsch-Südwestafrika. Z75

Äber den gegenwärtigen Stand des Bergbaues in Deutsch-Südwestafrika.

Von G. Duft, Kaiserlicher Bergrat.

Die nachstehende Betrachtung verfolgt den Zweck, ein allgemeines Interesse an einem der bedeutendstell und besonders für die Kolonie höchst wichtigen Industriezweige zu erweckeu uud ein Miniaturbild der gegeuwärtigen ^.'age des Bergbaues iu Deutsch-Südwestafrika dem größereu Publikum vor Bugen zu führen.

Als Zeitpunkt des Begiuus oder des Versuchs einer planmäßigen bergmännischen Durchforschung im Schutzgebiete muß der Erlaß der Kaiser­lichen Verordnung vom 25. März 1888 angesehen werden, weil durch sie zuerst die Bergwerksrechte und die Regelung der Aufsuchung und Gewinnung gewisser Miueralien gesetzlich niedergelegt waren. Durch diese Verorduuug wurde der Deutschen Kolouial-Gesellschaft für Südwestafrika als Rechts- Nachfolgerin von Lüderitz das Bergregal auf alle für deu Bergbau in Betracht kommenden Mineralien eingeräumt. Der Zuhält dieses Regals bestand darin, daß die Gesellschaft die sogenannte Bergbauhoheit uuter 'Aufsicht des Reichs ausübe» uud gewisse fiskalische Eiuküufte aus dem Berg­bau beziehe» sollte. Zm übrigen war der Bergbau freigegeben.

Den Schauplatz der Schürftätigkeit iu den Anfangsstadien der wirt­schaftlichen Entwicklung des Schutzgebietes bildeten das südliche Äereroland und die nördlichen Teile des Rehobother Bastardgebietes, weil von hier aus die ersteu Goldfunde gemeldet wurden uud mau eiue ähuliche rapide steigeude Goldausbeute vermutete, wie sie iu der jetzigeu euglischeu Nachbarkolouie Trausvaal vorauszusehen war. Aber im Gegensatz zu dem all Gold wirklich sehr reicheu Witwatersrand bei Johannesburg ent­spracht die Goldvorkommen im Äinterlande von Walfischbai und die zum Zwecke der bergmäuuischeu Durchforschuug nach dorthin entsandten Expeditionen uud Privatschürsullterilehmuugeu uicht deu gehegte» Er­wartungen.

Wenn auch die Schürfarbeiten aus jeuer Zeit nur eine geringe Alls­dehnung annahmen, so ist doch erwiesen, daß reine Golderze, d. h. solche, die Gold als vorherrschend oder als alleiniges Metall enthalten, in den genannten Gebieten nicht vorkomme». Ohne hier im ei»zel»en auf die genaueu geologischem Verhältnisse der einzelnen Fuudpunkte hinzuweisen, mögen die wichtigsten Goldvorkommen aus jener Zeit in folgender Aufzähluug erläutert feiu.