3- Jagdzauber, -Gesäuge, -Schmuck.
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Verwertung der Jagdbeute. Elefantenzähne wurden dem Sultan behändigt, der sie an die Händler verkaufte. Gehörne hatten keinen besonderen Wert, abgesehen von vereinzelten Stücken, die, zumeist in den Händen der Zauberer, zu Amuletten, Jagd- oder Kriegszauber wurden. Gleiches war mit Krallen, Zähnen von Raubtieren und ähnlichem der Fall. Felle wurden als Überzüge für Schilde, als Lagerung für Ruhebetten usw. verwendet, jedoch niemals solche von Raubtieren. (Diese waren auch gewöhnlich, da jeder noch einmal schnell in einen toten Löwen oder Leoparden hineinstach und so seine Rache nahm, meist derart zerlöchert, daß sie unbrauchbar waren.) Hauptsache war das Fleisch, besonderer Leckerbissen der Magen des Tieres, beim Elefanten auch der Rüssel, besonders die Rüsselspitze. Üblich war und ist auch noch, — auch bei verständigen Europäern — dem Häuptling des betreffenden Jagdgrundes ein „Eßteil" (ilila, von -lya = essen), gewöhnlich eine Hinterkeule, abzugeben. Im übrigen bekommt bei gemeinsamer Jagd jeder den Teil, den er beim Fallen des Tieres laut ausruft: „Ich den Kopf"; „Ich die rechte Hinterkeule" usw.
Fischfang. Fischfang ist bei den Wahehe sehr wenig üblich. Die kleinen, schnell fließenden Gebirgsbäche, welche die für Uhehe typischen Wasserläufe bilden, führen nicht viele und auch nur Fische geringer Größe. Den reinen Wahehe ist nur Fischfang mit Leine und Haken (ndowanu) bekannt; als Köder dienen Würmer, Eingeweide vom Huhn oder andere Fleischstückchen. Fang mit Netzen oder Reusen ist den Wahehe nicht geläufig; wo er jetzt vorkommt, ist er von Fischfang treibenden Nachbarvölkern, insbesondere den Leuten aus dem Stromgebiet des Ulanga, entlehnt.
3. Jagdzauber, -Gesänge, -Schmuck.
Jagdzauber, Opfer. Wie jeder schwierigeren Unternehmung, sei es Krieg, große Beratung oder sonst etwas, ging auch jedem Jagdzuge das „tambika", das Opfern für die Geister der Ahnen, d. h. Fürbitte bei diesen um Erfolg, voraus. Trotz der geringeren Stellung des Weibes rief man aber bei dieser Gelegenheit, der Jagd, nicht bloß den Geist des Vaters, sondern auch den der Mutter an. Allerdings opferte man beiden zusammengefaßt an derselben Stelle, gewöhnlich am Grabe des Vaters. Lebten die Eltern noch, so wendete man sich entsprechend an die Geister der Großeltern; lebte nur mehr ein Teil