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Die Wahehe : ihre Geschichte, Kult-, Rechts-, Kriegs- und Jagd-Gebräuche / von E. Nigmann
Entstehung
Seite
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V. Jagdgebräuche.

1. Allgemeines.

agdgegend, Jagdart, Wildvorkommen. Wenn auch der Mhehe mit Recht als vortrefflicher Jäger gilt, so kann man doch das eigent­liche Uhehe keineswegs als wildreiches Land ansprechen. Mag es so in früheren Zeiten gewesen sein, in jüngerer Zeit jedoch haben Viehseuchen, die auch das Wild befielen, unter diesem entsetzlich aufgeräumt. Dann haben aber auch die Wahehe ihrer jeder Schonung oder Zukunftsrücksicht baren Jägerei selbst die trost­lose Lichtung ihres Wildstandes zum guten Teil zuzuschreiben. Die Rinderpest Anfang der 90 er Jahre hat die im eigentlichen Uhehe früher zahlreich vorhandenen Büffelherden, wie auch die Giraffen und verschiedene Antilopenarten dort gänzlich aus­sterben, schonungslose Verfolgung hat anderes Wild, nicht zum wenigsten die Elefanten, sich anderswohin zurückziehen lassen. So stand es schon zur Zeit des letzten Wahehe-Sultans Quawa. Dessen Jäger begaben sich zumeist zu größeren und gewinnbringenden Jagd­zügen in die Provinzen, z. B. nach den unterworfenen Teilen Ussan- gus, Ubenas oder nach Norden zu dem Mischvolk der Wakotisamba nach Pawagga. Diese nicht zu dem eigentlichen Uhehe gehörigen, nur benachbart angrenzenden Landschaften können daher im nach­folgenden nicht unberücksichtigt bleiben.

Wohl wenige Gebiete Deutsch-Ostafrikas enthalten so unge­heuer zahlreiches Raubzeug, wie Uhehe und seine benachbarten Landstriche; dies geht schon daraus hervor, daß die zwecks Er­langung der Schußprämie bei der Station Iringa eingelieferte Anzahl von Raubtierfellen die von einem Dutzend anderer Dienststellen all­jährlich regelmäßig bei weitem übersteigt. Erklärungen für diese auffallende Erscheinung, die mit Hinweis auf den großen Vieh­bestand der Wahehe, die vielen Schlupfwinkel in Fels und Busch u. ä. vielfach versucht werden, sind, wenn man bedenkt, daß ähnliche Be-