2. Besondere Jagd auf verschiedene Tierarten.
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unter gegen 100 Zebras und Antilopen verschiedener Art, erlegt. Es fand Kesseltreiben, oft unter Anlehnung an einen breiten Fluß oder ein ähnliches Geländehindernis, statt. Treibjagden unter Feuerverwendung übten die Wahehe nicht aus.
Bei der sehr häufigen Fallenjagd diente zum Fangen des schwersten Wildes, Giraffe, Büffel, die Wildgrube (uina). Sie ist ein nach unten zu sich verengendes, etwa 2,5 m tiefes Loch, mit dünner Gras- und Erddecke versehen; am Boden der Grube ist noch oft eine angespitzte Verpfählung angebracht (s. Skizze 1). Zum Fangen größerer Tiere, hauptsächlich von Raubwild, bediente man sich gern der „litanga", der Schlagfalle aus schweren Holzstämmen. Eine kleine Öffnung erlaubt dem Wild den Zugang, durch Stoßen gegen eine quergespannte dünne Leine macht es die losen Stämme herunterfallen, die das Tier erschlagen (s. Skizze 2). Gleichem Zwecke dienten Schußfallen. Dem Eingang gegenüber war das Gewehr befestigt, durch Reißen am Köder erfolgte Wirken am Abzug des Gewehrs, worauf der Schuß losging. Die „lihefu", aufgestellter Stein mit Stütze, ist die auch bei uns bekannte Schlagfalle für ganz kleines Wild (s. Skizze 3). Die „lutego" (eigentlich: kleine Falle) war eine, Falle zum Fangen von Wildkatzen und ähnlichem kleinen Wild (s. Skizze 5). Zum Fangen von Perlhühnern, Feldhühnern und ähnlichem dienten Fallen nach Art von Skizze 4. Die Tränkstellen der Tiere zäumte man durch Dornen bis auf einen Zugang ein, in dem die Falle aufgestellt wurde. Netzfallen kannten die Wahehe nicht, das Wort hierfür „luafu", ist den Wangoni entlehnt, welche von ihnen viel Gebrauch machen; Fallen durch herabfallende Speere ebensowenig, die entsprechende Bezeichnung" „kilunda" ist den Wagogo entlehnt.
2. Besondere Jagd auf verschiedene Tierarten.
Allgemeines. Vorauszuschicken ist, daß der jagende Mhehe weder zwischen männlichem und weiblichem Wild, noch zwischen jungen und starken Tieren einen Unterschied machte, er jagte gänzlich schonungslos. Leider verfuhr er auch so rücksichtslos dem edelsten ostafrikanischen Wild, dem Elefanten, gegenüber, bei dem er auch die jüngsten Tiere erbarmungslos abschoß.
An anderer Stelle ist erwähnt, daß der Mhehe-Häuptling Chiangula seinerzeit mit einer großen, ans vielen hundert Stück bestehenden Elfenbeinkarawane zur Küste ging, und, weil das gesamte Elfenbein nur aus kurzen Zähnen von jungen Tieren bestand („kalass")» selbst den Beinamen ,,kalass" erhielt. Er ist noch heute unter diesem Namen bekannt.
Nigmann, Die Wahehe. g