9. Verpflegung und Train. —
10. Kriegssanitätsdienst.
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namentlich eine größere Anzahl Rinder. Der Transport der Verpflegungslasten war Sache der Schwächeren, Unkriegerischen, wie der Boys und Knaben, die ihren Vätern oder Kriegslehrern folgten.
Der Sultan hatte einen großen Troß mit, der alle Genüsse eines Negerherzens umfaßte, in dem also auch z. B. die älteren Frauen, welche die verschiedenen Sorten des von den Negern hochgeschätzten Eingeborenenbieres (pombe, ugimbi, togwa, kangala u. a. m.) besonders schmackhaft zu bereiten verstanden, beileibe nicht fehlen durften.
Die Aufklärer, Patrouillen, Posten machten sich stets durch Mitnahme einer „eisernen Portion" — ein halbes Dutzend Maiskolben über die Schulter gehängt, allenfalls noch ein angeröstetes Ziegenbein —■ unabhängig.
Im übrigen verpflegte sich ja das Wahehe-Heer in Feindesland durch ausschließliche mehr wie gründliche Requisition.
Train. Die Masse der Verpflegung, Lasten wie Schlachtvieh, der Krieger und des Sultans, marschierte mit dem ganzen übrigen Troß einschließlich der Kriegsgefangenen und der sonstigen Beute zusammen. Bedeckung bildeten wenige hierzu ausgeschiedene wipuka und die watengelumtwa, die Wache des Sultans. Im übrigen deckte der Troß sich selbst, d. h. die ganz Jungen, die Älteren, Schwächeren, die zumeist selbst etwas trugen, Vieh trieben oder ähnlich im Troß beschäftigt waren, führten eben für alle Fälle zwei bis drei, wenn auch nur leichte Speere mit sich.
10. Kriegssanitätsdienst.
Von der ärztlichen Kunst der Wahehe kann im Rahmen dieses Abschnittes nicht die Rede sein, es handelt sich hier nur um Ausübung dieser im Kriege.
Ärztliches Personal. „Mlagussi" ist der Arzt, der Zauberer. Im wesentlichen waren dies angesehenere meist ältere Männer, teilweise auch Frauen; erlernt wurde die Kunst zumeist durch Verwandte oder durch ähnliche Beziehungen, weiteres hierüber vgl. Abschnitt „Zauberer". Rückten die Wahehe aus, so gingen auch die walagussi mit, die Jüngeren und die Streitbaren unter ihnen blieben zunächst in der Zahl der wakami, der Krieger, und übten nach Bedarf ihre Kunst erst nach Beendigung ihrer kriegerischen Tätigkeit aus. Ältere, nicht mehr Wehrfähige, rückten mit dem Troß aus.
Material. Ihr ärztliches Material führten sie in einer „mbogolo" genannten Verbandtasche mit. Es bestand im wesentlichen aus pul-
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