4. Bewaffnung, Ausrüstung, Abzeichen.
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Besonderes. Während der Versammlung der ausrückenden Truppe waren noch verschiedene herkömmliche Gebräuche nicht zu verabsäumen. So opferten der Sultan, die Führer, überhaupt jeder Höherstehende den masoka, den Geistern seiner Ahnen. Diese Opfer — deren nähere Beschreibung am anderen Orte — fanden an der Begräbnisstelle des betreffenden Ahnen: Vaters, Großvaters usw., je nach dessen größerem oder geringerem Ruhm statt, hatten den Zweck, diesen für den Erfolg der Waffen günstig zu stimmen und ein Zeichen zu erhalten, daß das Opfer genehm, d. h. im kommenden Kriege Erfolg zu erwarten war.
Des weiteren hielt der Sultan eine persönliche „Tapferkeitsinstruktion" ab. Die versammelten Krieger wurden vom Sultan mit Rindern und Wahehe-Bier (ugimbi) bewirtet. Hierbei sonderten sich die Gruppen scharf ab, die tapferen Krieger (wakami wakalli hiro), die schon viel Feinde getötet hatten, saßen für sich, ebenso hielten sich die Neulinge abgesondert zurück. Der Sultan ging von Gruppe zu Gruppe, fragte: „Wieviel hast du schon getötet?" usw. und teilte Lob und Tadel aus. Es scheint dies nach übereinstimmenden Bekundungen ein ganz hervorragendes Erziehungsmittel gewesen zu sein; es war höchster Ehrgeiz des jungen Mannes, in solcher Weise vor versammeltem Volk zu den Tapferen aufzurücken oder gar vom Sultan selbst ausgezeichnet zu werden, während der Unkriegerische, durch Tadel bloßgestellt, sich entsetzlich geschämt und beeilt hat, gänzliche Besserung zu geloben.
Ganz unzweifelhaft ist jedenfalls, daß Sultan Quawa wie sein Vater Mujugumba es in ausgezeichneter Weise verstanden haben, nicht bloß, wie sonst meist bei den Farbigen, durch Erregung der Habgier, sondern auch durch Aufstachelung des Ehrgeizes den kriegerischen Mut seiner Leute zu beleben.
4. Bewaffnung, Ausrüstung, Abzeichen.
Die Bewaffnung des Mhehe bildete: ein Stoßspeer (issala), drei bis fünf Wurfspeere (migoha), ein Schild (nguämbe).
Stoßspeer. Stoßspeer s. Sk. a. S. 82. Nur die ganz einfachen Leute trugen den Holzschaft frei, die meisten leisteten sich eine Umwicklung mit aus Ugogo bezogenem Messingdraht (kigeka) und einer aus gleichem Stoff bestehenden Zwinge am unteren Ende. Wohlhabende hatten an Stelle der Messingdrahtumwicklung eine solche aus Kupferdraht, die von Küstenhändlern bezogen wurde.