166 Kapitel V. - Von 1897-190 l.
verstorbenen Vaters Manasse, wobei die üblichen Ermahnungen und Gelöbnisse ausgetauscht wurdeu. Der junge Häuptling machte im ganzen einen gesetzten und würdigen Eindruck. Von hier marschierte die Truppe direkt uach Windhuk zurück, während der Oberhäuptling Samuel mich noch bis Karibib, dem damaligen Endpunkte der Bahn, begleitete. Äier hatte der Oberhäuptling Gelegenheit, mit mir das mittlerweile entstandene Städtchen
zu bewundern, dies an einem Platze, den wir bei dem gemeinsamen Zuge vor süuf Iahreu noch vollständig leer gesehen hatten. Nach Befahruug der Bahn bis zur Bauspitze — etwa 201<m östlich Karibik — und Besichtigung des Unterbaues, der wieder bereits 14 Km weiter vorgetrieben war, erfolgte dann die Rückkehr nach Windhuk.
Auch jetzt sollte die Truppe hier
Denkmalsplatz in Windhuk. lange Ruhe habeu. Ansang Fe-
bruar 1901 kam es wieder zum ernsten Schießeu, und zwar an einem Orte, an dem wir es zu allerletzt erwartet hätteu, uämlich bei den zum Bezirk Gibeon gehörigeu Bastards vou Grootfoutein.
Ausstand der Bastards von Grootsontein 1901.
Auch dieser Aufstand entsprang dem so leicht erregbaren Mißtrauen der Eingeboreueu gegen Maßnahmen von unserer Seite. Wie bereits erwähnt, war mittels eines 1895 abgeschlossenen besonderen Vertrages die militärische Ausbilduug der wehrfähigen Rehobother Bastards mit der Verpflichtung zur Äeeresfolge vereinbart worden. Der Vertrag war^-IZM -auch auf deu kleinen Zweig der Bastards ausgedehnt worden, der sich in Grootsontein (südlich) uiedergelasseu hatte. Diese Grootfouteiuer Bastards hatten alle Veranlassung, der Regierung dankbar zu seiu. Sie hatten sich während der Witbooiunrnhen in ihrem allzu uahe bei der Naukluft gelegenen Wohnsitz nicht mehr sicher gefühlt, ihn aufgegeben und sich in das Bethcmiergebiet zurückgezogen. Etwa Waffenhilfe gegen den Eindringling zu leisten, daran dachten sie nicht im entferntesten. Als Landeskenner würden sie im Naukluftfeldzuge sehr vou Nutze,: geweseu sein.
Trotzdem setzte sie die Regierung nach Beendigung des Witbooikrieges wieder in den Besitz ihres bisherigen Wohnplatzes Grootsontein, wo sie als