160 Kapitel V. — Von 1897-1901.
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ganz besondere Verdienste erworben zu haben. Zur Untersuchung des Falles marschierte ich mit der Truppe nach Gobabis zurück. Nachdem die Anter- sttchung beendet war, wurde der abermalige Rückmarsch nach Windhuk an-- getreten, aber diesmal auf dem nördlichen Wege mitten durch das Äerero- land, wobei auch Tjetjos Werft uoch einmal berührt wurde. Der Zweck dieser Abänderung der Marschroute war, eine im Äererolande etwa auftretende Erregung über den Fall Kam niederzuhalten. Indessen ergab sich, daß von einer solchen nirgends die Rede gewesen war. Die Truppe rückte am 19. Oktober ohne Zwischenfall wieder in Windhuk ein.
Im übrigen sind die Einzelheiten des Falles „Arenberg" bekannt genug, so daß ich hier über sie hinweggehen kann. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Gefahren, von denen sich der Leutuaut Prinz von Arenberg in dem Augen- blick seines Handelns bedroht geglaubt hat, nur in seiner Phantasie bestanden hatten. Er wurde für sein Vergehen in der Äeimat zum Tode verurteilt, dann zu fünfzehnjähriger Freiheitsstrafe begnadigt, später aber für geistig nicht normal erklärt und aus dem Gefängnis in eine Anstalt für Geisteskranke überführt.
Bei dem Marsch durch das Osthereroland, das ich seit der Rinderpest nicht mehr gesehen hatte, trat unverkennbar zutage, wie sehr die Seuche nicht nur die Äerden, sondern durch ihre Begleiterscheiuungeu auch das Volk der Äereros dezimiert hatte. Der Rinderpest war nämlich s. Zt. unmittelbar der Typhus gefolgt, der unter Weißen wie Eingeborenen aufräumte, unter den letzteren jedoch ungleich mehr. Die Eingeborenen zeigten sich durchaus wider- ftandsunfähig und starben in großer Anzahl. Das sonst so Volk- und namentlich viehreiche Land war beinahe ganz leer geworden.
Nicht im Zusammenhang mit der Ostexpedition stehend, aber hier zu erwähnen ist noch die während des Rückmarsches der Truppe erfolgte Ermordung zweier Weißer durch Äottentotten und Buschmänner bei Kowas im Bezirk Windhuk. Namentlich durch die damals gerade zur Äbung eingezogenen Bastards unter dem Leutnant v. Schoenau wurden die Räuber verfolgt und entweder niedergeschossen oder gefangen genommen und gerichtlich abgeurteilt. Als Arsache des Mordes hatte sich ergeben, daß die Eingeborenen glaubten, sich auf diese Weise am zweckmäßigsten ihrer Schulden an die betreffenden Weißen entledigen zu köuueu.
Nordexpedition 1900.
Da ich seit Gründung des Nordbezirks 1896 das Nordhereroland nicht mehr gesehen hatte, beschloß ich jetzt eine erneute Expedition nach Outjo—