Druckschrift 
Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika : mit 176 Abb. u. 20 Skizzen / von Theodor Leutwein
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

Texasfieber. 1Z1

wieder in der früheren Weise eingerichtet. Der Süden ward abermals von Norden abgesperrt und blieb auch dieses Mal von der Seuche verschont.

Texasfieber.

Im übrigen trat die Rinderpest jetzt in viel milderer Form auf. Die Verluste würden daher gering gewesen sein, wenn nicht eine weitere Kom­plikation hinzugetreten wäre. Die Untersuchungen des Roßarztes Nickmann ergaben nämlich, daß diesmal mit der Rinderpest auch das Texasfieber ver­bunden war; beide Seucheu zeigten sich meist in ein und demselben Tiere zugleich, ganz selten das Texasfieber allein. Da mit dem zum Teil

Sterbeplatz Aridareigas.

ungeschulten Personal beide Seuchen gleichzeitig nicht zu bekämpfen wäre,:, so wurde der Kampf auf die Rinderpest, als die gefährlichere Krankheit, beschränkt und, sofern nicht ein wirklich Sachverständiger an Ort und Stelle war, das Texasfieber nicht beachtet. Nach etwa zwei Iahren waren beide Seuchen wieder erloschen. Sie traten von null ab nur noch vereinzelt auf. Gestützt auf die früheren unliebsamen Erfahrungen, wurde dieses Mal jedoch die Ab­sperrung von Nord gegen Süd bis zum Ausbruch des Bondelzwarts- aufstaudes 1903 aufrechterhalte::. Ihre Aufhebung sowie die Einführung zahl­reicher Zugtiere von außerhalb während des Ausstandes mag wohl die Llrsache sein, daß die Rinderpest sich bis in die neueste Zeit wieder fühlbar gemacht hat.

9*