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Das Deutschtum in den Vereinigten Staaten in seiner Bedeutung für die amerikanische Kultur / von Albert B. Faust, Prof. an der Cornell-Univ.
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404 Achtes Kapitel: Einfluß des deutschen Elements auf Gesellschaft und Sitte.

menschlicher Behandlung. Dies führte zur Gründung eines Kinder- schutzvereins, dessen Segnungen sich ebensoweit erstreckt haben wie die der ursprünglichen Stiftung.

v Die Liste der deutschamerikanischen Philanthropen würde unvoll­ständig sein ohne die Namen einer Anzahl von Frauen, deren segens­reiches Wirken wir nunmehr in einem besonderen Abschnitt zusammen­fassen wollen".

VI. Deutschamerikanische Frauen.

Wie unter den deutschen Männern, die zu uns herübergekommen sind, die Persönlichkeit von Carl Schurz sämtliche andern überragt, so leuchtet durch Begabung und Charakter Anna Behr Ottendorfer unter den deutschamerikanischen Frauen hervor. Sie war 1815 in Würzburg geboren und folgte 1837 als zweiundzwanzigjähriges Mädchen ihrem Bruder nach Amerika. Nach Jahresfrist heiratete sie den Buchdrucker Jakob Uhl, der 1844 die New-Yorker Staats-Zeitung kaufte, ein kleines Wochenblatt, das Neumann zehn Jahre zuvor ins Leben gerufen hatte. Mit dem tüchtigen Beistande seiner Frau gelang es Uhl, das Blatt sehr bald dreimal wöchentlich herauszubringen und 1849 eine Tageszeitung daraus zu machen. Aber er starb schon 1852 ganz plötzlich und hinter­ließ der Witwe die Sorge für die Kinder und die Verantwortlichkeit für ein journalistisches Unternehmen, das zu großen Hoffnungen berech­tigte. Mit allen Einzelheiten des Zeitungsbetriebes gründlich vertraut und ungewöhnlich tüchtig und energisch, nahm Frau Uhl die Last auf sich und war 18521859 alleinige Herausgeberin der New-Yorker Staats-Zeitung. Sie wies alle Kaufangebote zurück und wußte die Zei­tung durch ihren Mut, ihre Energie und ihre Ausdauer nicht nur ein­träglich zu machen, sondern legte auch den Grund zu dem bedeutenden Einflüsse, den das Blatt nach und nach gewinnen sollte. 2 Im Jahre 1859

1 Wie für viele andere Teile dieses Werkes steht dem Verfasser auch hierfür keinerlei Vorarbeit zur Verfügung. Er ist sich daher wohl bewußt, dem Thema nicht vollkommen gerecht werden zu können.

2 Fast gleichzeitig begegnen wir einer zweiten deutschen Frau als selbständi­ger Leiterin einer deutsch-amerikanischen Zeitung, nämlich der Frau Carl Hein­rich Schnauffers als Herausgeberin des BaltimorerWecker", des einzigen repu­blikanischen Blattes in Maryland. Frau Schnauffer hatte ihrem Gatten bis zu dessen Tode im Jahr 1854 bei der Herausgabe desWecker" zur Seite ge­standen und verteidigte die Druckerei einst, nachdem sie selbst den Verlag über­nommen, mutig gegen die Angriffe des Baltimorer Pöbels. Siehe Kap. IV, S. 122.