342 Achtes Kapitel: Einfluß des deutschen Elements auf Oesellschaft und Sitte.
Stelle unter den fremdsprachlichen Blättern ein, und auch für den amerikanisch-englischen Journalismus hat sich deutscher Einfluß und deutsche Mitarbeit nachweisen lassen.
KAPITEL VIII.
EINFLUSS DES DEUTSCHEN ELEMENTS AUF GESELLSCHAFT
UND SITTE.
In den beiden vorhergehenden Kapiteln ist eines großen und bleibenden gesellschaftlichen Einflusses des deutschen Elements gedacht worden, den es durch die Pflege der Musik in Amerika und durch die Beteiligung der Deutschen an den schönen Künsten und der Literatur unseres Landes ausgeübt hat. Von der ausschließlichen Verfolgung praktischer Ziele hat es so den Sinn des amerikanischen Volkes auch den schöneren Zwecken des Lebens zuwenden helfen.
Insofern deutsche Musik, Kunst und Literatur dem reinen Quell des Idealismus entspringen, dienen sie dazu, die Seele zu erheben, den Charakter zu läutern und zu vertiefen, neue und höhere Lebenswerte zu schaffen; sie üben also nicht nur eine soziale, sondern auch eine ethische Wirkung aus. Deutsche Kultur hat den jungen amerikanischen Riesen aus dumpfer Selbstbefangenheit emporgerüttelt und hat eine Seele in ihm erweckt, in der Sinnen und Fühlen der ganzen Menschheit anklingt. Wie redlich sich die Deutschen in den Vereinigten Staaten auch bestrebt haben, ihre Sprache allen Schwierigkeiten zum Trotz zu behaupten, weit zäher noch haben sie an ihren gesellschaftlichen Gewohnheiten und an ihren Lebensgrundsätzen festgehalten. Und da sie einen so wichtigen und gestaltenden Teil des amerikanischen Volkes bilden, so hat es nicht ausbleiben können, daß sie diesem manches von ihrer Eigenart mitgeteilt und damit dauernd Gutes gewirkt haben. Vor allem hat ein ausgeprägter und gesunder deutscher Wesenszug tief eingewirkt, das ist die deutsche Lebensfreudigkeit.
I. Die deutsche Lebensfreude.
Der geschäftige Amerikaner, der selbst seine Vergnügungen mit Anspannung aller Kräfte betreibt, hat von den Deutschen lernen können, sich in froher Geselligkeit von der Arbeit wirklich zu erholen. Der Deutsche in der Heimat gönnt sich ein gut Teil Muße und gesundes Aus-