Wohltätige Stiftungen.
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Schenkungen. Er war ein eifriger Katholik und stiftete in den siebziger Jahren das St.-Vincentius-Waisenhaus.
Der Gründer der kalifornischen Stadt Stockton war Karl Maria Weber (1814 in der Nähe von Homburg geboren). Die Stadt trägt ihren Namen zu Ehren des Kommodors Stockton, der für die neue Kolonie staatliche Unterstützung zu erwirken versprach. Weber war einer der ersten Pioniere in Kalifornien; in der Verteidigung amerikanischer gegen mexikanische Interessen führte er ein Leben voller Abenteuer und Gefahren. 1 Mehrfach wurde er zum Tode verurteilt und sollte erschossen werden, und einmal wurde er nicht weit von San Diego in einer Wüste sich selbst überlassen und damit, wie man meinte, dem Untergang preisgegeben. Nach der Entdeckung von Gold bei Sutters Fort organisierte Weber sofort die Stocktoner Bergwerksgesellschaft. Er hatte den Mut, der erste Bankier des Joaquin-Taies zu werden und baute als solcher für 1000 Dollar ein Gewölbe zur Aufspeicherung des Goldstaubes und Rohgoldes gegen y 2 Prozent monatlicher Vergütung. Die Stadt Stockton wurde nach seinen Entwürfen angelegt, und ihre meilenlangen, mit Asphalt gepflasterten oder makadamisierten Straßen, ihre schönen Wohnhäuser, die elektrisch oder durch natürliches Gas beleuchtet werden, sind ein bleibendes Denkmal für die Tüchtigkeit und die Freigebigkeit Karl Maria Webers.
Adolph Busch aus Mainz, der alleinige Besitzer der mächtigen An- heuser-Busch-Brauerei, spendete zur Unterstützung der durch das Erdbeben von San Francisco Betroffenen einen der größten Beiträge, volle 100 000 Dollar. Der neuen medizinischen Abteilung der Washington- Universität in St. Louis übermachte er große Summen; auch schenkte er dem Baufonds für das Germanische Museum der Harvard-Universität 250 000 Dollar und erwies sich bei zahlreichen Gelegenheiten als freigebiger Kunst- und Menschenfreund. Er war Vorsitzender der Kunstkommission bei der St. Louiser Ausstellung und ist wie so viele deutschamerikanische Millionäre ein Bücherfreund und eifriger Sammler. Das gleiche gilt für Richard Herrmann, einen geborenen Sachsen. Er ist Möbelfabrikant in Dubuque und hat das Herrmann-Museum für naturwissenschaftliche Sammlungen gestiftet, schreibt auch über Geologie und Altertümer. Karl F. Günther aus Württemberg, Besitzer eines großen Konditoreibetriebes in Chicago, hat eine der schönsten Samm-
1 Vgl. „The National Cyclopaedia of American Biography, Bd. VII, S. 455.