Die Mascarenen.
Unsere Fahrt geht nun weiter nach den im Jahre 1505 von dem portugiesischen Vizekönig Indiens, Pedro de Mascarenhas, entdeckten und nach ihm benannten Mascarenen, welche das französische Reunion und die englischen Besitzungen Mauritius und Rodriguez umfassen, eine Gruppe von Inseln vulkanischen Ursprungs, welche durch ihre Fruchtbarkeit und landschaftliche Schönheit zu den herrlichsten Perlen des ganzen Indischen Ozeans überhaupt zählen. Die Portugiesen freilich, welche die Inseln gänzlich unbewohnt vorfanden, ließen dieselben, wohl aus diesem Gruude, völlig unbeachtet und es verging auch eine geraume Zeit, ehe ihre Nachfolger in der Jndienfahrt hier Niederlassungen gründeten.
Sehen wir uns nun die Inseln einzeln an, so treffen wir, vom Westen kommend, zunächst auf
La Nvunion.
Es sei hier vorab erwähnt, daß der Name der Insel recht häufig gewechselt hat. Die Portugiesen hatten das Eiland ursprünglich Santa Apollonia getanft, änderten den Namen 1545 aber in Mascarenhas um, eine Bezeichnung, die erst später auf alle drei Inseln der Gruppe ausgedehnt wurde. Als die Franzosen hier im Jahre 1649 offiziell ihre Herrschaft proklamierten, wurde der Name Bourbon eingeführt, der von den Republikanern 1794 jedoch in Jle de la Reunion umgewandelt wurde, zur Erinnerung an die Bereinigung des Bataillons von Marseille mit der Pariser Nationalgarde im August 1792. Als dann der Stern Napoleons ausgegangen, nannte man die Insel 1806 Jle Bonaparte, allerdings nur für kurze Zeit, denn die Engländer führten 1810 den alten Namen „Bourbon" wieder ein, den sie natürlich auch behielt, nachdem sie 1815 an die Bourbonen selbst zurückgegeben worden war, und erst das Revolutionsjahr 1848 stellte den republikanischen Namen Röunion wieder her, der bis heute in Geltung geblieben ist.
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