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Zu xort und die (^i-auäs ?1aeo äs 1kl Vills auf; hier wurde früher der Markt abgehalten, ehe man denselben vor das Harar-Thor verlegte. In Dschibuti befinden sich auch die Verwaltungsbüreaus, die Hotels, Cafes und Läden, und zwar zählte man hier im Jahre 1899 an Kaufleuten und Gewerbetreibenden 27 Franzosen, 29 Griechen und 192 Araber, Inder und Eingeborene. Die Franzosen und Griechen betreiben die Geschäfte mit den Europäern, die Inder dienen dem Zwischenhandel mit den Eingeborenen. Es erscheint hier eine wöchentliche Zeitung, der „Djibouti". Auf einem Abhang des Dschibuti- Plateaus liegen auch die mattengedeckten Hütten des Eingeborenen-Dorfes und von hier aus führt der Weg durch die Wüste nach den Quellen und Gärten des nahen Ambuli, welches der Stadt das Wasser liefert, zunächst noch durch Träger, doch ist eine Leitung im Bau begriffen. Das Klima Dschibutis ist etwas kühler als das voy Obok, weil es den von Nordwesten wehenden Chamsin, den Wüstenwind, nicht direkt, sondern durch den Einfluß der Bai gemildert bekommt. In dem Dschibuti gegenüberliegenden
Obok dagegen, wo die Temperatur zuweilen 50° übersteigt, sind Hitzschläge entsprechend häufig und der elende Platz zählt unter seinen 300 Einwohnern heute nur einen Europäer, den Telegraphenbeamten.
Tadschura, etwas westlich von Obok gleichfalls am Nordrande der Bai gelegen und durch den Besitz einiger Dattelpalmen ausgezeichnet, ist gleichfalls ein unbedeutender Ort und zählt etwa 5—600 Einwohner.
Östlich von dem französischen Gebiet treffen wir nun auf
Britisch Somali-A^nd.
Das 176000 <^iu große „Loiuali Ooagt, ^i-oteetorÄts" umfaßt einen Landstreifen an der Nordküste des afrikanischen Osthorns, dessen Grenzen im Westen gegen französisches Gebiet 1888, im Osten gegen italienisches Gebiet am 5. Mai 1894, im Süden gegen Abessinien am 4. Juni 1897 festgelegt wurden. Das Land wird von zwei Bergketten durchzogen, die das fruchtbare Wadi Nogal einschließen und zählt etwa 154000 Einwohner, eine Mischrasse von östlichen Hamiten, Gallas und asiatischen Kaukasiern, kriegerische, aber auch dem Handel zugeneigte Leute. Die Wichtigkeit des Landes liegt in seinen Häfen Zeila, Bulhar, Berbera, Karam, Las Gori und Bender Ghasim, welche teilweise schon im Altertum berühmte Hanoelsplätze waren, mit der Eroberung Jemens durch die Osmanen in Abhängigkeit von Mokka kamen und vorübergehend auch von den Portugiesen besucht wurden, welche 1517 Zeila einäscherten. Im Jahre 1875 kaufte Ägypten die Hauptplätze Zeila und Berbera von der hohen Pforte und eroberte von Zeila aus die umliegenden Landschaften bis nach Harar hinein, überließ das Gebiet aber im Jahre 1884 an
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