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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
Entstehung
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Der Handel des Schutzgebiets.

Äber zwanzig Gesellschaften und Einzelkaufleute treiben bereits im Schutzgebiet Handel. Auch die Missionen und ein Teil der Pflanzungsgesellschaften befassen sich mit dem Handelsbetriebe. Sie alle haben das Bantugebiet der Küste mit einem dichten Netz von mehreren Hundert Faktoreien über­zogen. Im Nordwesten reichen diese Handelsniederlassungen bis tief ins Bali-Gebiet, im Süden bis in das Gebiet des Djah. Neuerdings hat die Firma Nandad & Stein sogar eine Faktorei in Ngaundere errichtet. Dagegen liegt der Handel im Innern des Schutzgebiets auch heute noch fast ausschließlich in den Händen der Haussa und der Kanuri. An die Küste kommen diese Leute nur selten, weil es an bequemen Handelswegen mangelt.

Mit dem Vordringen des Handels hat nach amtlichen Berichten auch teilweise eine Verschiebung des Karawanen­verkehrs stattgefunden. Im Südbezirk hat namentlich der Ver­kehr auf der von Lolodorf in direkt östlicher Richtung von der Straße Kribi^aunde nach dem Djah-Gebiet abzweigenden alten Bane Straße bedeutend zugenommen. Er ist dort zur­zeit wenigstens ebenso stark wie auf der ?)aunde-Straße. Auf der gemeinsamen Strecke zwischen Lolodorf und Bipindi ver­kehren in der guten Jahreszeit täglich etwa 1000 Träger.

Durch die Erschließung des Bangwa- und des Bamilleke- Gebiets und durch den Ausbau des Gebirgsweges von Mombo über Fontemdorf nach Foto ist ferner der Karawanenverkehr im Nordwest-Distrikt zum größten Teil von der alten, sehr beschwerlichen Bamingi-Straße ^) abgelenkt worden. Die neue