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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
Entstehung
Seite
276
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Die Produktion des Landes.

Von der Produktion der Eingeborenen, ihrem Ackerbau, ihrer Viehzucht und ihrer gewerblichen Betätigung ist bereits in den früheren Abschnitten ausführlich die Rede gewesen. Was sie produzieren, ist im allgemeinen nur für den eigenen Bedarf oder für den Äandel mit der nächsten Amgegend be­stimmt. Nur einzelne Produkte, wie die Waffen der Durru oder die Pferde der Marruaner haben ein größeres Absatz­gebiet, gehen aber nicht aus der Kolonie oder gar aus Afrika heraus. Die einzigen Exportprodukte, die sie für den Welt­markt liefern, Elfenbein, Kautschuk, Palmkerne, Kolanüsse und Edelhölzer (Ebenholz usw.), sind nicht Erzeugnisse ihrer eigenen werteschaffenden Tätigkeit, sondern Artikel, die die Natur ihnen ohne besondere Pflege in den Schoß wirft und die sie nur zu sammeln brauchen, um sie an die Zwischenhändler zu verkaufen. Nur die Palmkerne werden z. T. schon von den Waldland- leuten zu Palmöl verarbeitet (vgl. S. 248).

Daß diese Sammeltätigkeit der Eingeborenen in mancher Beziehung großer Ausdehnung fähig ist, kann nicht bestritten werden. Äber die weiteren Aussichten der Elfenbeingewinnung habe ich mich schon früher geäußert (S. 96). Die Kautschuk- bestände an der Küste sind heute bereits ausgebeutet; aber im Innern finden sich noch ungeheure Reichtümer, wie die Unter­suchungen der GesellschaftenSüdkamerun" undNordwest- Kamerun" ergeben haben. Auch diese werden aber in abseh­barer Zeit erschöpft sein, da die Eingeborenen bei dem Ab­zapfen des kostbaren Saftes leider die Pflanzen zu vernichten