Druckschrift 
Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

Bewaffnung und Kriegführung.

In der Bewaffnung tritt der Unterschied zwischen Bantu- und Sudannegern wieder scharf hervor, insofern als die letzteren durchwegs) den Bogen führen, der den ersteren unbekannt ist. Nur in den Grenzgebieten tritt auch bei Bantustämmen der Bogen auf, wie bei den Tschinga. In den Bali-'ndern führen die eigentlichen Bali und die Bafut nur den Speer, andere Stämme gebrauchen aber daneben auch Pfeil und Bogen.

Die in Kamerun vorkommenden Nahwaffen sind die Stoß­lanze, das Schwert, das Schlachtmesser, der Dolch, der Schlag­ring und die Keule. Die Streitaxt, die Nationalwaffe der Fulbe, scheint in Adamaua außer Gebrauch gekommen zu sein.

Fernwaffen sind außer dem Bogen der Wurf­speer, das Wurfmesser, die Wurfschlinge, die Armbrust und das Feuergewehr.

Als Schutzwaffen sind nur in Adamaua Schilde, Parierringe, sowie Brust- und Kettenpanzer in Gebrauch.

Die Lanze bald als Wurf-, bald als Stoßwaffe ver­wendet ist im ganzen Schutzgebiet zu finden. Sie ist neben dem Schlachtmesser die Äauptwaffe der Bantu. Aber in der Nähe der Küste wird sie mehr und mehr vom Gewehr ver­drängt. So sind bei den Bakwiri nur noch selten Lanzen zu finden, aber eine Steinschloßfiinte hat jeder. Auch die Ba- kundu, Mabum und Banyang führen bereits vorwiegend Flinten, während die Batom sich noch fast ausschließlich des Speeres bedienen. Die Bali verfügen bereits über zahlreiche