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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
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II. Allgemeine Landeskunde.

Die Oberflächengestalt.

Kamerun ist mit 495 000 ^Icin die drittgrößte unserer Kolonien, etwa so groß wie Preußen und die süddeutschen Staaten zusammengenommen, aber nur halb so groß wie Deutsch- Ostafrika (995 000 qkm) und auch bedeutend kleiner als Süd- Westafrika (835 000 ^ni). Im innersten Winkel des Meer­busens von Guinea gelegen, wird es vom Atlantischen Ozean in einer Ausdehnung von über 300 l-in bespült.

Die Oberfiächengestalt^) ist verhältnismäßig einfach. Das ganze Innere der Kolonie wird von einem ausgedehnten, 700800 in über dem Meeresspiegel gelegenen Hochlande erfüllt, das im Süden und Osten bis an die Kongo-Niederung, im Norden bis zum Benue sich erstreckt. Wegen der hier vorherrschenden Vegetationsform der Savanne hat man sich gewöhnt, es als das Grasland zu bezeichnen. Der Südrand des Plateaus ist aufgewulftet, und diese Randgebirge er­heben sich in einzelnen, abgerundeten Kuppen bis zu einer Höhe von 1400 m. Hochplateau und Gebirge bestehen in der Hauptsache aus Gneisen und Graniten, überlagert von einer Verwitterungsschicht fruchtbaren Laterits. Zum Tsüdsee hin fällt die Hochebene allmählich ab. Eine gewaltige Bruch­spalte, durch die der Benue seinen Lauf nimmt, zerreißt im Hinterlande das Hochplateau, und mächtige Gebirge türmen sich zu beiden Seiten auf.