Sitten und Gebräuche verschiedener Art.^°)
Bei der Geburt nehmen die Weiber eine Hockstellung ein. Die Nabelschnur wird nicht unterbunden, und von der Wöchnerin selbst etwa 15 vom Kinde entfernt mit den Nägeln abgezwickt. Die Geburten sollen sehr leicht vonstatten gehen und die Fälle nicht selten sein, daß ein Weib, das bei der Feldarbeit von den Wehen überrascht wird, ohne Hilfe niederkommt und dann den oft stundenlangen Heimweg allein und ohne Beschwerden unternimmt.^") Die Fulbe veranstalten bei Geburten ein Mahl, bei dem jedem Gaste in kleinen Schälchen ein Gericht von Milch und gestampfter Hirse vorgesetzt wird. Die Haussa dagegen geben gar am ersten, siebenten und zwölften Tage ein Gastmahl, wobei es hoch hergehen soll.^') Äber die Gebräuche der heidnischen Sudanneger bei Geburten wissen wir noch nichts.
Von der Namengebung und Beschneidung ist oben (S. 126 u. 130) bereits die Rede gewesen. Sie scheinen nicht als besonders festliche Vorgänge angesehen zu werden. Dagegen wird der Eintritt der Geschlechtsreife wohl überall feierlich begangen.^)
Vor der Hochzeit schlachtet der Brautvater bei den Bakwiri eine Ziege oder eine Kuh und bringt das Fleisch mit seiner Tochter zum Schwiegersohne. Ein festlicher Schmaus, zu dem die beiderseitige Verwandtschaft eingeladen wird, bildet die eigentliche Hochzeitsfeier. Die junge Frau übernimmt erst nach einem Monat die Pflichten des Haushaltes, der inzwischen von einer Wirtschafterin besorgt wird. Nach Ablauf der