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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
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Religiöses Leben.

Aber keine Seite des geistigen Lebens der Neger ist es schwerer ins reine zu kommen als über seine religiösen Vor­stellungen. Natürlich scheiden wir die Muhammedaner hier aus, obwohl ihr Muhammedanismus meist kaum etwas anderes ist als ein rein äußerlicher Firnis, unter dem eine dicke Schicht waschechten Heidentums liegt.

Da wir von den meisten Völkern des Schutzgebiets in dieser Beziehung noch so gut wie garnichts wissen, so wären generelle -Arteile hier noch mehr als anderwärts verfrüht, und wir müssen uns vielmehr darauf beschränken, die religiösen Verhältnisse eines Volkes genauer zu betrachten und dabei anzumerken, was wir etwa Abweichendes bei andern bereits gefunden haben.

Ich wähle dazu den Bantustamm der Bakwiri, weil wir über denselben verhältnismäßig am besten orientiert sind^).

Die Bakwiri glauben an das Dasein Gottes, den sie Loba nennen, aber nicht verehren; denn Gott zürne ihnen und wolle nichts mehr von ihnen wissen. Ist aber ein Bakwiri in großer Not, so ruft er nach Gott: ^ I^oda.. Auch die Duala kennen den Loba. Den Donner nennen sie nZ^ä' g. I^oda (Gottes Gewehr) und, wenn es blitzt, so sagen sie I^oda. äi ma-inobimsls (Gott läßt es leuchten). Doch bedeutet Loba in ihrer Sprache daneben auchÄimmel" undGeschick". So sagen sie: äi I^oda lam, das ist mein Schicksal. Außerdem glauben sie aber auch an einen strafenden Gott, den Nyambe, den auch die Subu kennen (wie auch die Kongo-Neger und