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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
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186
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Die Sprache der Eingeborenen und ihre Volksliteratur.

Die Völkerscheide zwischen den Bantunegern und den Sudannegern stellt auch gleichzeitig die Grenze zweier ver­schiedener Sprachgebiete dar. Die Bantusvrachen und die Sudannegersprachen sind fundamental von einander verschieden. 5lm einen Begriff davon zu geben, gehe ich auf die Sprache der Duala ^) als eines Bantustammes und die der Äaussa'^) als eines Sudannegerstammes etwas näher ein.

Die Negersprachen haben im allgemeinen genau dieselben Laute wie wir. Besonders in den Bantusvrachen kommen selten fremdartige Laute vor. Im Duala werden indessen d, l und r leicht verwechselt, weil sie alle drei mit zurückgelegter Zungenspitze am vorderen Gaumen gebildet werden. Daher kommen schwankende Schreibweisen wie Bakwiri, Bakwili und Bakwidi. Man unterscheidet Hauptwörter, (persönliche, be­sitzanzeigende, hinweisende, bezügliche zc) Fürwörter, Zeit­wörter, Eigenschaftswörter, Zahlwörter, Verhältniswörter, Bindewörter, Umstandswörter und Empfindungswörter wie bei uns. Nur einen Artikel gibt es nicht und auch kein gram­matisches Geschlecht. Dasür unterscheiden die Duala (wie die Bantu überhaupt) in der Grammatik zwischen belebten und unbelebten Gegenständen, was gewiß größere Berechtigung hat als unsere phantastische Art, den Stuhl als einen Mann, die Mütze als ein Weib und das Mädchen als ein geschlechts­loses Wesen zu betrachten.