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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
Entstehung
Seite
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Lebensweise der Neger.

Der nachfolgenden Schilderung lege ich die Lebensweise der Bakwiri, die uns unter den Küstenstämmen am besten be­kannt sind,'^) zugrunde und erwähne dabei nebenher, was uns Abweichendes über andere Stämme berichtet wird. Llber die Bewohner Adamauas fehlt es in dieser Beziehung noch an genaueren Angaben.

Die vegetarische Lebensweise herrscht im ganzen Schutzgebiete vor, da an Schlachtvieh nur selten Älberfluß vorhanden ist. Fleisch liefern Ziegen und Schafe, auch Rinder und Schweine, wo sie gehalten werden (s. o. S. 98), Äühner und Kapaunen. Das beste Wildpret sind die kleinen, zartschmeckenden Zwergantilopen, sehr beliebt bei den Eingeborenen auch Elefantenfleisch, das eine vortreffliche Brühe gibt. Frankolinhühner und Tauben, Heuschrecken, Schnecken und Fische bringen eine erwünschte Abwechselung. Auch Äunde, ungiftige Schlangen, Schild­kröten, Krebse werden mitunter verspeist. Der Genuß von Milch und Milchprodukten sowie von Eiern ist dagegen, im Waldlande wenigstens, unbekannt.^) Dagegen ist Äonig sehr beliebt.

Was das Pflanzenreich angeht, so ist schon früher er­wähnt worden, daß für die Küstenvölker die Banane, für die Adamaua-Leute Äirse und Mais den Grundstock der Er­nährung bilden. Außerdem liefert ihnen die fruchtbare Erde Vams, Koko (^rnm 68eul6nwm), Süßkartoffeln, Maniok, Erd­nüsse, Bohnen, Mais, Kürbisse, Kolanüsse, Pilze, Neger­hirse, Pfeffer, wallnußartige Früchte (mx>a genannt) und kost-