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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
Entstehung
Seite
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Körperpflege, Kleidung, Schmuck und verschiedene Gebrauchsgegenstände der Eingeborenen.

Das allgemeine Vorurteil hält den Neger für faul und unreinlich. Das erstere trifft indessen bei näherem Zusehen nur mit Einschränkungen, das zweite überhaupt nicht zu. Ganz kleine Kinder werden täglich gebadet, aber auch größere Kinder und Erwachsene waschen und baden sich sehr oft. Ist das Wasser knapp, so wäscht man für gewöhnlich nur Gesicht und Äände und verschiebt das Äbrige auf eine günstige Gelegenheit. Seife wird in Adamaua aus Fett und Pflanzenasche hergestellt und kommt in faustgroßen, schwarzen Kugeln auf den Markt. Äutter erwähnt einen in den Baliländern vorkommenden, zwei Meter hohen, breitästigen Baum mit schars gezackten Blättern und starken Dornen, dessen apfelgroße Früchte, mit Wasser ge­kocht, eine der Seife ähnliche und als solche benutzte Masse liefern. Die Bakwiri benutzen nicht selten den Saft abge­schlagener Bananenstauden zum Waschen (wie zum Trinken).

Nach dem Bade wird bei den Bantunegern der ganze Körper mit Palmöl eingerieben, was den üblen Geruch der Ausdünstung beseitigt und der Äaut ein schönes, glänzendes Aussehen verleiht. Statt dessen ist aber auch, im Grasland noch mehr als im Waldland, das Einreiben mit Notholz üblich. Von den Wute erzählt Morgen, daß nur die Vornehmen, so­weit sie nicht mit langen muhammedanischen Gewändern be­kleidet waren, ihren Körper mit Notholz gefärbt hatten.

Bei vielen Stämmen der Bantuneger wie der Binnen­völker ist die Tätowierung in Gebrauch. Bei den Bakwiri