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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
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Seite
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Anthropologisches von den Eingeborenen.

Im allgemeinen ist der körperliche Äabitus der verschie­denen Teile der Bevölkerung bereits im vorigen Abschnitt geschildert worden. Äier mögen indessen noch einige ergänzende Bemerkungen Platz finden.

Die Äautfarbe, bei den Küstennegern von Schokolade- braun bis zu einem schmutzigen Gelb wechselnd, scheint bei den Negern des Graslandes dunkler zu sein. Wenigstens nähert sich die Farbe der Bali oft dem Schwarzblau. Die ^Naunde nennt Morgen schön bronzebraun. Daß die Äand- siäcken und die Fußsohlen bei allen Negern bedeutend Heller, fast weißgelb sind, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Weniger bekannt ist schon, daß ihre Lippen nicht rot gefärbt sind wie bei uns, sondern der Körperfarbe entsprechen. Äbrigens zeigen neugeborene Kinder häufig dieselbe rotweiße Farbe wie bei uns und bekommen erst später das schwarze Pigment.

Ziemlich häufig kommen Albinos vor, denen das dunkle Äautpigment fehlt. Besonders zahlreich fand Morgen sie bei den Wute, wobei er konstatierte, daß ihre Augen, im Gegensatz zu denen des normalen Negers, lichtscheu sind und wie die der Europäer im hellen Sonnenlicht zwinkern.

Die widerlich süßliche Ausdünstung des Negers, die aber nur bei erhitztem Körper auftritt, ist dem Europäer besonders unangenehm; übrigens hegt der Neger seinerseits dem Euro­päer gegenüber die gleichen Empfindungen und beklagt sich über unsern Geruch. Nach anderweitigen Beobachtungen scheint festzustehen, so schmerzlich das für unsere Eigenliebe ist.