Die Bevölkerung.
Ethnographisches.
Fragen wir die Volksstämme an der Küste nach ihrer Geschichte, so erfahren wir, daß sie ihre jetzigen Wohnsitze wohl kaum länger als 200 Jahre innehaben und irgendwoher aus dem Innern des Kontinents gekommen sind. Noch jüngeren Datums ist die von Norden her erfolgte Einwanderung der Völker des Binnenlandes. Speziell die Fulbe, vom Senegal kommend, traten zwar schon im 15. Jahrhundert in Bornu auf; aber erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts gründeten sie von Gando und Sokoto aus das große Sokoto-Neich und eroberten unter ihrem Heerführer Adama auch das gesamte Adamaua, wo sich ein großer Teil von ihnen niederließ. Auch die im Lande hier und da zerstreuten Kolonien von Äaussa- Äändlern sind von den Äaussa-Ländern jenseits des Benue aus- gegangen.
So ist also ganz Kamerun erst in allerneuester Zeit besiedelt worden. Von früheren Bewohnern wissen wir nichts, wenn wir von den „Ambozern" und „Kalbangern" der Portugiesen absehen'^).
Nur in dem südlichen Arwaldgebiet traf die Kundsche Expedition Vertreter eines hellgelb gefärbten Zwergvolkes, der Bojaeli, die vielleicht als Ureinwohner angesehen werden können. Sie leben hauptsächlich von der Jagd und haben keine festen Ansiedlungen. Auch Morgen bekam einmal einen