Die Tierwelt/")
Im allgemeinen macht man sich von der Tierwelt Kameruns eine unzutreffende Vorstellung, insofern als man einerseits die Häufigkeit des Vorkommens und andererseits die Gefährlichkeit gerade der größeren und allgemeiner bekannten Arten überschätzt. Löwen, Leoparden, Flußpferde, Nashörner, Elefanten, Büffel, Krokodile, Gorillas und Schimpansen bekommt man im allgemeinen selten genug zu Gesicht, wenn man nicht gerade als Jäger darauf ausgeht. Teils ist ihre Verbreitung territorial beschränkt, teils auch sind sie durch sport- oder gewerbsmäßig betriebene Jagden, durch Epidemien, wie die große Rinderpest im Jahre 1893 und durch die fortschreitende Besiedlung des Landes stark dezimiert oder in entlegene Gegenden zurückgedrängt. Passarge hat beispielsweise auf feiner ganzen ausgedehnten Expedition keinen Löwen zu Geficht bekommen, und der einzige, dessen Schädel Morgen erwerben konnte, hatte ein anderer geschossen.
Gleichwohl findet der Reisende die Spuren und die Losung dieser Tiere häufig genug auf seinem Wege. Aber weit entfernt ihn anzugreifen, pflegen sie, scharf sichernd, sein Anrücken schon auf weite Entfernung wahrzunehmen und in dem fast stets gänzlich unübersichtlichen Gelände unbemerkt zu verschwinden. Nur wenn sie überrascht oder in die Enge getrieben werden oder angeschossen sind, wenden sie sich wohl gegen den Jäger. Doch gehen z. B. angeschossene Elefanten oft genug, ja meistens auf und davon, während andererseits allerdings alte, bösartige, einzeln lebende Elefantenbullen dem Menschen