Die Vegetation.^)
Llnter den kontinentalen Reichen der Tropenvegetation ist Afrika in bezug auf Entfaltung der Charakterformen das ärmlichste, und es ist auch merklich ärmer an tropischen Kulturpflanzen als Indien oder Brasilien, wenn auch lange nicht so arm wie Australien.
Innerhalb des großen Kontinents treffen wir hinsichtlich der Vegetation aus sehr verschiedene Gebiete. Im Norden herrscht noch die Mittelmeerflora vor. Dann folgt die Wüste mit ihrem spärlichen und einförmigen Pflanzenkleid. Der Sudan wird durch weit ausgedehnte Savannen, untermischt mit lichten Wäldern charakterisiert. Nähern wir uns der Elfenbeinküste, der Küste von Kamerun oder dem oberen Kongo, so werden die Wälder dichter und umfangreicher, ohne jedoch an Großartigkeit und Pracht mit den südamerikanischen Wäldern wetteifern zu können. Immer und immer wieder verrät eben auch die Vegetation, daß Afrika im ganzen nur ein mäßig bewässerter Erdteil ist.
Ein gewisser Gegensatz hinsichtlich der Vegetation besteht zwischen dem Westen und dem Osten des Kontinents. Nach Engler hat Westafrika mehr auf sein Gebiet beschränkte Pflanzen (45,2 als Ostafrika (35,5°/,). Die rein tropischen, Feuchtigkeit liebenden Gewächse sind serner — besonders in den feuchten Waldzonen — weit zahlreicher als im trockneren Osten des Erdteils. Dagegen fehlt eine ganze Reihe von Kompositen und gebirgsbewohnenden Familien, wie die Kruziferen und die Ambelliferen. And ferner besitzt Westafrika