Geschichte der deutschen Besitzergreifung und allmählichen politischen Okkupation.^)
Die Sorge um die deutschen Auswanderer hat den ersten Anstoß zur Erwerbung deutscher Kolonien gegeben. Besonders in den siebziger und achtziger Iahren des vorigen Jahrhunderts zogen alljährlich viele, viele Tausende von Äeimatmüden, oft bis zu 200 000 in einem Jahre, hinaus in fremde Länder, verloren zum größten Teil ihre Staatsangehörigkeit und ihr Deutschtum und düngten mit ihrem Kapital, ihrer Arbeitskraft, ihrer sittlichen und geistigen Kultur fremder Völker Wirtschaftsgebiet. Welcher Gewinn für das Vaterland, wenn all diesen Fahnenflüchtigen jenseits des Ozeans in deutschen Gebieten gastliche Unterkunft geboten werden konnte, wo sie ihre Nationalität bewahrten und in festem Zusammenschluß ein Bollwerk zum Schuhe deutscher Art wurden, statt fremdes Volkstum zu stärke».
Äierzu gesellten sich Erwägungen rein praktischer Natur. Die deutsche Industrie hat in den letzten sünfzig Iahren einen ungeahnten Aufschwung genommen. Sie produziert unendlich viel mehr als das Inland verbrauchen kann und ist daher von Jahr zu Jahr in erhöhtem Maße auf den Export angewiesen. Zwar ist es ihr durch solide Arbeit und kommerzielles Geschick gelungen, die Mitbewerber auf dem Weltmarkt an vielen Stellen erheblich zurückzudrängen und sich nach und nach zahlreiche Absatzgebiete ganz oder teilweise zu erobern. Aber die nie rastende Konkurrenz der übrigen exportierenden Völker und die immer mehr auftauchende Neigung der Importländer zur Errichtung