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Deutsch-Kamerun : wie es ist und was es verspricht ; historisch, geographisch, politisch, wirtschaftlich / dargest. von A. Seidel
Entstehung
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Zur Geschichte der wissenschaftlichen Erforschung seit der deutschen Okkupation/)

Als vi-. Nachtigal im Jahre 1885 die deutsche Flagge am Kamerun-Fluß hißte, war das Gebiet, das heute die deutsche Kolonie bildet, im großen und ganzen noch so gut wie un­bekannt. Selbst von der Küste wußte man wenig, vom Innern aber überhaupt nichts, bis auf die Gebiete unmittelbar südlich vom Tsadsee und das Wenige, was Barth über Adamaua und später Robert Flegel über seine Forschungen im Benue-Gebiet veröffentlicht hatten. Die Orte Donga, Gaschaka, von wo aus Flegel noch einen Vorstoß nach Banyo unternahm, Kontscha, Ngaundere bilden die Grenze, bis zu der er südlich des Benue vorgedrungen ist (1882).

An der Küste war indessen der majestätische Kamerunberg, der vom Seegestade unmittelbar zu einer Äöhe von fast 40(10 m ansteigt, schon srüher das Ziel der Aufmerksamkeit zahlreicher Forschungsreisenden gewesen. Bereits im Jahre 186162 wurde er von Burton und Mann, 1877 von Comber, 1879 von E. N. Flegel und Kirk, 1886 von Knutson und von Iohnston, 1891 von vi'. Preuß und 1895 sogar von einer englischen Dame, Miß Kingsley, bestiegen. Zum Zweck zoologischer Forschungen hatten sich ferner in den Iahren 187275 die deutschen Naturforscher Z>. Buchholz, Oi-. Neichenow^) und Dr. Lühder an der Küste aufgehalten.

Einiges Licht über die der Küste zunächst gelegenen Land­schaften verbreiteten zur Zeit und kurz nach der deutschen Be-