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6. sikwaikwa, der oben genannte, in der Morgendämmerung sich meldende Vogel.
7. bulibuli, der Schweif von Manucodia.
8. haia, Ohrsenmuck der Eingeborenen.
9. lubäka idoga, der Eegenbogen.
10. ubwala, Sterne, kleiner als der hubwana.
10. Zur geographischen Nomenklatur in Neu-Guinea.
Die geographischen Namen in der Südsee sind in unserer Zeit für die Völkerkunde unendlich viel wichtiger, als für die Erdkunde, Es giebt gegenwärtig viel mehr Ethnographen, die sich mit der Südsee beschäftigen, als Geographen, und schon von diesem Standpunkt aus muss es berechtigt erscheinen, auch an dieser Stelle die geographischen Namen des Gebietes in den Kreis der Betrachtung zu ziehen.
Den fürchterlichen Unfug, der gerade in der Südsee mit dem Umändern geographischer Namen getrieben wird, habe ich kürzlich in der „Zeitschrift für Ethnologie" x ) beleuchtet und mich bei dieser Studie der ausdrücklichen und rückhaltslosen Zustimmung der meisten geographischen Zeitschriften zu erfreuen gehabt. Nirgends aber, in keinem Gebiete der Südsee ist der geographische Wiedertäufer-Unfug ärger und schamloser betrieben worden, als in Neu- Guinea. Unser Auswärtiges Amt ist allen Versuchungen und Zumutungen, ähnlichen, offenbar in den Strömungen oder vielmehr Unterströmungen der Zeit gelegenen Unfug auch in unsere afrikanischen Schutzgebiete einzuführen, allzeit mit dem grössten Nachdruck und mit unerbittlicher Energie entgegengetreten, wofür ihm noch kommende Jahrhunderte dankbar sein werden. Nur in der Südsee hat ihm bisher die Möglichkeit gefehlt, thatkräftig einzugreifen und die Sturmflut täglich sich mehrender neuer Namen einzudämmen. Das wird nun anders werden, und ebenso wie sonst der Segen unmittelbarer kaiserlicher Herrschaft sich nun in reichem Maasse auch über Neu-Guinea ergiessen wird, so dürfen wir erwarten, dass dort auch die geographische Nomenklatur bald wieder in richtige Bahnen gelenkt, und. wo es not thut, gezwungen werden wird.
J ) 1898, Bd. XXX. Verh. S. 390.