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und Sekar-Leuten, an der Ostküste mit Dören, den Eingeborenen der Yappen- und Yanima-Insel und den Bewohnern am Wiriwai- Fluss Handel.
Was dieser Handel alles in sieh begreift, haben wir bereits oben gesehen. Da aber auf die Eingeborenen gar kein Verlass ist, und ihren Versicherungen, die versprochenen Produkte zu einem bestimmten Zeitpunkte bereit zu halten, nicht zu trauen ist, somit ein Schiff nicht selten umsonst den weiten Weg macht, so werden im allgemeinen die Unkosten für grössere Schiffe kaum gedeckt. Für kleinere Fahrzeuge ist dagegen eher der Handel lohnend. In letzter Zeit sind auch mehrfach Chinesen mit ihren kleinen Segelschilfen bis nach der Humboldt-Bai und darüber hinaus nach dem deutschen Gebiet gekommen und haben sich besonders 'auf den Paradiesvogelhandel gelegt. In Sekro fand Kühn, als er im Jahre 1888 diesen Ort auf seiner Fahrt nach Sekar berührte, auf der Reede drei kleine Schoner und 18 malayische Prauwen liegen, ein Beweis dafür, dass auch in dieser Gegend der Handel mit den Eingeborenen Fortschritte macht, Im ganzen beläuft sich an der holländischen Küste von Neu-Guinea die Zahl der Handelsplätze kaum auf zwanzig, und der ganze Handel beziffert sich nicht höher als 2000 Pfund Sterling, im Jahr.
6. Kolonisation des Landes.
Das Bild, das wir in dem Vorhergehenden von den Papua des holländischen Schutzgebietes auf Neu-Guinea entworfen haben, zeigt, dass die Holländer es dort mit einem Volk zu thun haben, das sich trotz des verderblichen Einflusses der malayischen Händler und Piraten seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Wie wir gesehen haben, stehen am tiefsten in der Kultur von den geschilderten Papua die Bewohner an der Priuzess Mariannen-Strasse und am höchsten die Eingeborenen an der Geelvink- und Humboldt-Bai. Dann folgen abwärts die Lobo-Eingeborenen und die Eingeborenen am Mac Cluer-Golf, sodann die Papua an der Speelmanns-Bai und die von Namototte, die Kainani-Leute und endlich die Arfak und Alfuren. Ungefähr auf der gleichen Stufe wie die Bewohner an der Priuzess Mariannen-Strasse stehen in kultureller Beziehung die Tugeri und die Papua an den Flussmündungen des Utänata, Ambernoh und Wiriwai.
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