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Neu-Guinea / von Maximilian Krieger. mit Beitr. von A. von Danckelman ...
Entstehung
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Weit verbreitet bei den Papua in ganz Holländisch-Neu-Guinea ist das Betelkauen. Das aromatisch bitterschmeckende Blatt der zu den Piperaceen gehörigen Chavica bette oder eine noch ganz unreife Betelnuss wird zerkaut; dazu wird vermittelst eines langen Spatels aus Holz oder Knochen pulverisierter, ungelöschter Kalk aus einer langen Kalebasse, die die Männer stets bei sich tragen, zum Munde geführt. In einem kleinen, am Gürtel befestigten Beutel wird das übrige Zubehör getragen.

Durch die mohammedanische Bevölkerung werden überall an der Küste des holländischen Schutzgebiets trotz des strengen Verbots der holländischen Begierimg' immer häufiger Spirituosen, insbesondere Bum und auch Opium in grösseren Mengen eingeführt und leider gewöhnt sich die eingeborene Bevölkerung nach und nach an diese gefährlichen Genüsse.

Plantagenbau von Europäern besteht noch kaum auf Hollän­disch-Neu-Guinea. Ganz in der Nähe von Doreh hatten die Nieder­länder selbst im Anfang dieses Jahrhunderts eine Niederlassung begründet, die aber wie Fort Dubu heute kaum noch Spuren ihrer Gründung aufzuweisen hat. In neuerer Zeit hat ein englisches Konsortium der niederländischen Begierung an der Nordostküste zwischen Doreh und Humboldt-Bai ein grösseres Gebiet zu Kul- tivationszwecken auf 99 Jahre gegen massiges Entgelt abgepachtet. Die Abmachung geht überdies dahin, dass nach diesem Zeitpunkt das Land ganz in das Eigentum der Gesellschaft übergehen soll. Trotzdem diese Niederlassung mit englischer Energie und reichlichen Geldmitteln angelegt war, hat sie ganz und gar nicht die auf sie gesetzten Erwartungen erfüllt.

5. Handel und Verkehr.

Im äussersten Südwesten des holländischen Schutzgebietes sind auch noch nicht einmal die Anfänge eines Handelsverkehrs zu ver­zeichnen; denn [an dem ganzen Küstenstrich von der britischen Grenze bis zum Utanata-Fluss wird von den Papua ausser Jagd und Fischfang so gut wie nichts betrieben. Die Eingeborenen in der Gegend der Prinzess Mariannen-Strasse befleissigen sich aller­dings der Jagd, jedoch scheint der Ertrag wenig ergiebig zu sein.