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Neu-Guinea / von Maximilian Krieger. mit Beitr. von A. von Danckelman ...
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und treiben durch das Feuer das darin hausende Wild in ihren Schussbereich.

Die Jagd auf Vögel ist nicht ergiebig, da die Eingeborenen mit ihren primitiven Waffen das auf den höchsten Gipfeln der Bäume nistende gefiederte Volk nicht erreichen können.

Auf das Sammeln von Insekten, Vögeln u. s. w. scheinen sie keinen Wert zu legen; sie sind für sie als Sammelobjekt ohne Interesse, und es fehlt ihnen jedes Verständnis dafür, so dass man sich auch nur der Intelligentesten von ihnen beim Sammeln bedienen kann. Es ist umsonst, ihnen begreiflich zu machen, dass nur voll­kommen unverletzte Exemplare von Schmetterlingen, Käfern und anderen Insekten Wert haben; ihnen scheint es lediglich darauf anzukommen, dass sie des Tieres habhaft werden, ob mit vier oder sechs Beinen, halbem oder ganzem Flügel, das erscheint ihnen ganz als Nebensache. So ersetzen sie in der Regel ein Schmetterlings­netz durch eine Hand voll Sand oder Erde, die sie nach dem zu fangenden Tiere werfen.

d. Geburt, Kindheit, Familienleben.

Glücklich zu schätzen ist der Papua in seiner Anspruchs­losigkeit und Sorglosigkeit. Heiter fliesst besonders sein Kindes­leben dahin, vornehmlich das des Papua-Knaben. Von den Eltern zärtlich geliebt und verhätschelt, von jedermann freundlich be­handelt, selten ein Scheltwort hörend, niemals darbend, verlebt der Papua die Tage der Kindheit wie im Paradiese. Für die Erst­geborenen wird besonders gesorgt. 1 ) Diese dürfen bis zu ihrem zehnten Jahre nicht die geringste Arbeit thun; es ist Sitte, dass bei ihrer Geburt die Weiber des Dorfes zusammenlaufen und die männlichen Angehörigen des Kindes werfen und jagen und ihnen schliesslich ein Mahl bereiten. Das Festmahl wiederholt sich mit einem sich daran anschliessenden Tanz, sobald das Kind zehn Jahre geworden ist. Stirbt der Erstgeborene im Kindesalter, so wird dies Ereignis gleichsam als Schuld des Vaters angesehen, der dann ver­pflichtet ist, den Brüdern der Mutter Geschenke zu geben.

Die Zeit der Schwangerschaft des Weibes schreibt dem Manne in mancher Beziehung ein bestimmtes Verhalten vor: das Meer ist ihm gefährlich und der Fischfang nicht lohnend; entsagt der Vater dem Betel und Tabak während der Schwangerschaft seiner Frau,

*) Vetter in Nachrichten von Kaiser Wilhelms-Land etc. 1897. S. 91.