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Neu-Guinea / von Maximilian Krieger. mit Beitr. von A. von Danckelman ...
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der Mitra-Fels, eine 1218 m hohe, kegelartige Felsmasse, deren Spitze mit Gras und Gestrüpp bedeckt ist. Jedem Vorbeifahrenden springt der Fels schon von weitem ins Auge; ein Eiff verbindet ihn mit der Küste. Nach neueren Vermessungen soll die deutsche Grenze allerdings etwas nördlicher liegen; denn nach einer bei Gelegenheit der Vermessungsarbeiten S. M. S.Möwe" im Herbst 1895 vor­genommenen genaueren Breitenbestimmung, die mit Beobachtungen Mc. Gregors, des Gouverneurs von Britisch-Neu-Guinea, überein­stimmt, schneidet der die Grenze bildende 8. Parallelkreis die Küste nicht beim Mitra-Fels, sondern sein Schnittpunkt mit der Küste liegt 1 Sm. südlich von der Mündung des Ikore-Flusses, so dass die Clyde-Mündung schon in britisches Gebiet fällt. 1 )

2. Die Bevölkerung.

a. Farbe und Körperbau, Aussehen, Kleidung und Schmuck.

Die Bevölkerung der Insel bilden die Papuas. 2 ) Sind diese Autochthonen oder Eingewanderte, und, wenn sie eingewandert sind, woher sind sie gekommen? Ferner, bilden sie eine selbständige Rasse für sich, oder sind sie ein Mischvolk?

Verschiedene Forscher und Gelehrte haben sich eingehend mit diesen Fragen beschäftigt. Einige Schriftsteller leiten die papua- nische Easse von einem grossen malayo-polynesischen Stamme ab; von Asien, seiner Urheimat, kommend, hat sich dieser Stamm nach ihrer Meinung auf den Inseln des ostindischen Archipels nieder­gelassen, teils aber ist er, weiter nach Osten dringend, auf die Inseln im Stillen Ozean gelangt, auf welchen wir ihn jetzt finden. Diese Ansicht ist unhaltbar. Weder mit dem Malayen, noch mit dem Polynesier hat der Papua etwas stammverwandtes: während der Malaye schlichtes Kopfhaar hat und auch am Körper unbehaart

1 ) Nachrichten über K. W. L. 1896 S. 51.

2 ) Der Name hat bisher noch keine genügende Erklärung gefunden. J. C. F. Riedel bringt ihn mit hahua oder fafua, dem Fungus der Arenga saccharifera, der grosse Ähnlichkeit mit dem Haar der Papua-Kinder haben soll, in Verbin­dung: h und f können, wie Riedel meint, vertauscht und im Munde der Malayen in p übergegangen sein. Andere leiten das Wort Papua vom malayischen Wort pua-pua = wollig- oder kraushaarig her. Die Eingeborenen selbst haben keine Gesamtbezeichnung für das Land, das sie bewohnen; sie nennen sich nach ihrem jedesmaligen Wohnsitz.